Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1787, [2])

halber erhaltenes Zeugniß bey dem Amte besonders dazu verpflichtet, auch vo« demselben, ir 
Ansehung der Verpflichtung, ihnen die drhörige ätwstata ertheilet worden sind. v 
§. r. Stehet zwar einem jede« Elnwohuer frey. sich dieses oder jenes zu sothanem W 
schaffte examinirren, tüchtrg besuubeuen und verpflichteten Wundarztes, oder der Lvttenfrai »' 
zu welchem er das meiste Zutrauen hat, rmd nach eigener Wahl ohne Unterschied zu bedremi 
es wird aber b,y Verm.ydung einer Herrschaftlichen Strafe von zehen Thaler oder Canum 
gülden, oder nach Beschaffenheit der Umstände einer dieser proportwnirten Leibesstrafe, F 
E nstts hiermit verboten, einen nicht unterrichteten oder untüchtig befundenen Wundarzt 
Tovtenfrau, und der sich durch ein der beschehenen Verpflichtung halber «rtyeilteS Attestat «ii 
legitimiren kann zu gebrauchen. 
§. 3. Sobald sich ein Todesfall zutraget, sollen die Hinterbliebenen deS Verstorbenen i« 
Lodrojallen, welche deS Tages über, oder vor zehen Uhr des Abends geschehen, den zu BrD ke 
tigung des CörperS zu wählenden Wundarzt oder Todtenfraü ohngefäumt herdeyholev, ur.ni 
demselben die eigentliche Stunde deS TodeS bekannt machen, immittelst aber den Leichnam til 
verrückt in dem Berte liegen lassen, und besonders des üblichseyenden schädlichen Wegziehe Ui 
der Küssen unter dem Kopfe sich enthalten, auch, nach der Ankunft deS Wundarztes, die ii 
demselben wegen Behandlung des verblichenen Cörpers ertheilt werdende Vorschriften gen«! «r 
befolgen, und solchen, ohne die von ersaztem Wundarzt dazu ertheilte Erlaubniß, nicht aij hc 
dem Bette bringen, welcher jedoch das letztere, wann er keine besondere Ursachen dazu fintttzn 
sollte, uud ohne Noth, nicht zu verschieben, sondern die Reinigung und Umkletdung &e$8ei< ji' 
namS, und daß man ihn auf Stroh lege, zu gestatten, aber dahin zu sehen hat, daß er hi 
einem temperirten Zimmer aufbehalten werde. Und ob es gleich bey Todesfällen, welche f ei, 
gen oder nach Mitternacht erfolgen, drr W'llkühr den Hinterbliebenen überlassen bleibt, i Bi 
Herbevholuug des Wundaztes oder Todtenfraü bis zu Anbruch des TagrS zu verschieben, war de 
diese nicht aus ängstlicher Sorge, oder aus Hoffnung dessen schleunigen Beystand verlanß da 
bürsten; So soll jedoch in diesem letzteren Falle ein jeder Wudarzt oder Todtmfrau, zu welch üb 
Stunde der Nacht es auch immer seyn möchte, der an ihn geschehenen Berufung willig «sch, 
ohngefäumt folgen. Gleichwie man nun von einem jeden christlichgefinnteu und redlichbenki zuj 
de« Menschen erwarten kann, baß er aus Pflicht und Liebe zu den Seinigen diesem allen 
kommen werde; Also sollen auch diejenigen, welche dagegen zu handle», oder dem Wund«! UN 
oder Todtenfraü auf eine unanständige Art zu bezeqnen, sich beygeben lassen möchten, auf t so! 
letzteren davon obliegende Anzeige mit einer desto schärfer» Ahndung angesehen werten. lid 
Dagegen sollen aber auch 
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§ 4 derjenige Wandarzt oder Todtenfraü, welche auf die von einem Todesfall erhalte« läf 
Botschaft, sich alsbald an Ort und Stelle zu begeben, verabsäumen, oder den Hinterdliebmals 
deS Bestochenen ungeziemend begegnen sollten, aufvtt davon deschehene Anzeige mit emrio 
exemplarischen Strafe ebenfalls beleget werden. sich 
§. 5. Soll vo« denjenigen, welche in den Gemeinden dazu ernannt sind, die Gräber jr 
besorgen, die Anstalten zu der Beerdigung etzender nicht getroffen, und von dem Predigern t tutl 
gewöhnliche Schein zur Beerdigung ehender nicht er«heilet werden, bis ihm ein von dem, tl^unl 
de jenigen, welche dazu bestellet find, und die Besichtigung des todten Cörpers über sich stwe! 
habt, ausgestelltes Attestat, oder richtige mündliche Anzeige, daß solche zur E.de desia^mil 
werden könne, Zugängen ist; deS Endes dann die sämmtliche Consistoria in Unseren Landen, mu 
wie auch die Wallonisch, und Niederteutsche presbyteria zu Hanau, die Prediger, TodtengrälmAnl 
Luch Glöckner, alles Ernstes hiernach nicht nur zu bedeuten, sondern auch, daß dicsimnachax>h, 
lebet werde, genaue Obacht halten zu lassen und jeden Contraventtonsfall, zu der rvezrn bet% e , 
strafung nöthigen Verfügung das erforderliche an Unsre nachgesetzte Regierung, in deren 2?I ur 
z.rk der Fall gehöret, gelaugen zu lassen haben.
	        

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