Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1785, [1])

4 ©s sotes Stück. 
Begrabene in Cafset, vom 4ten bis Len roten 
In der Hof-Gemeinde: David, des Hr. Hof. EvndàsWolter'S.alt r T. 2) Johann Wer 
ner, des Kochs in Diensten Sr. Excellenz des Hrn. General - Lieut. von Jungten, Hr. Joch» 
Mannst S alt. yW. ZT. Z) Friedrich Rockeudüh», Grenadier im hl. iren R. G.alt rzJ. 
In der tzrephrite? Gemeinde: i) Henrich, des Perukenmschermfirs. Joh. Peter Klaar £>. a. 5 T. 
L) Johann Christoph Gotrfchalck, Dachdeckermeister, «. S9I. Z> Anne Elisabeth, weil. des La 
ternen rrärters, Anton Senning Witwe, a. 54 Jahr. 
In der A irsi Adler deutschen Gemeinde: Herr Hiersnymus Holtzschue, Buchhàr bey Hochs. 
Zahlen-Lotterie- alt 8t Jahre, 6 Woch. 5 T. 
31t der Aktstà franz. Gemeinde: Daniel Claus, Gärtner, alt 64 Jahre. 
In der Gmnifsns Gemeinde: r) Jean Bapt-ista Coperas, Mohren. Tambour vom hechl. zte^ 
R. Garde, a. 46 I. s) Elisabeth, des verstorb. Grenad. Franz Hàrich T. alt 1T. 7 M. 7L» 
Im 8mde!hñus§ : Marte CaLhartne, alt 4^ Mo». 
Llñgkücksf^ll. 
Der Bergmann Icch. Henr. Msdg aus Neuenham, ohngefehr 50 Jahre, und der Mauermets 
ster &%, Trechßlcr aus Treysa, ohngefehr 6Q Jahre alt, gruben dem Eiuwshner Ieh. printz 
in waftàrg einen Brunnen; am sz. Apr. woltsn fie mit dem Ansmsuren drS Brun, 
nens, mit dem fie schon 14 «schuhe hoch gekommen, fortfahren: Der Bergmann Msoz 
ließ sich in einem grossen Eimer, dessen fie fich bisher in Ermangelung einer den Grund des 
Brunnens erreichenden Leiter immer bedient, zuerst hinunter; als derselbe, nachdem er auS 
dLM Eimer gestiegen, plötzlich stille wurde, ohne einen weiteren Ton als ein Aechzen von fich 
zu geben, folgte ihm der Maurrmstr. Trechstler nach, aber auch dieser, so bald er unten auf 
den Rand der neuen Mauer angelangt, blieb ohne weitere Bewegung und ohne etwas von sich 
hören zu lasse». Niemand wollte eö Anfangs wagen, in die Trefe von 16 bis 17 Klaftern sich 
hinabzubegeben, um nach beyden, die man für Verunglückte halten mußte, zu sehe», sie an 
das Tageslicht zu bringen, und ihnen, wo möglich, noch Hülfe zu leisten. Endlich entschlos 
sen sich dazu der Eigenthümer des Hofs, oben genannter Ish. Prmtz, und ein armer Bür- 
5er, Namens Ludwig Zinfsir, aus Treysa. Man bevestigte ein Seil am ihren Leib, um 
sie, auf »in gegebenes Zeichen einiger Gefahr, alsbald zurückzuziehen, und ließ sie so hinun 
ter. Diese verspürten unten im Brunnen nichts ungewöhnliches, fänden Jener beyden Kör 
per auf dem Rande der neuen Mauer und dem McmergesteLs rod liegend oder eigentlich halb 
sitzend, und beförderten es also, dag sie wenigstens hrrsufgebracht wurden. Die Verunglück 
ten waren gewohnt gewesen, den Brunnen unke», wann sie aus der Arbeit gegangen, zuzu 
legen; und eö ist wohl auAer Zweifel, daß sich in der verwichenen Nacht starke giftige Dün 
ste darinnen versammlet, wodurch diese beyden Leute, bey derErvfnung, plözlich erstickt wor 
den, welche Dünste nachher, und als der Brunnen wieder essen gewesen, wieder verflo 
gen, und daher den entschlossenen Rettern nicht schädlich gewesen sind. Ludwig Finster schlug 
die ihm sogleich angebotene Belohnung wegen der L-dtusgefahr in die er sich begab, aus, * 
weil er solche nicht des Geldes, sondern einer guten That halber übernommen zu haben be 
zeugte. —- Dies 'verdient von ihm aufgezeichnet zu werden, um so mehr, da Niedrigkeit, 
Armuth ans seiner Seite geht. ' 
Höchsten Ortö indessen ist die Gesinrung und Handlung des ^rintz und Finsteres einer 
gnädigsten Belohnung würdig gefunden, und man hat Ersterem eine goldene 'Medaille vsrr 
zwölf Dukaten, Leztersm aber 8unfzig Rthlr. deshalb reichen lassen. 
Dis Fleisch-und Brod-Taxe ist die von voriger Woche. 
Im Druck und Verlag deS hiesige» Armen- Warfen - und Findelhauses.
	        

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