Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1784, [2])

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4?tes Stück. 
§. 7. Versehen W'rr Uns zwar zu allen denen, welchen Wir die Postfreyheit zugestandn, 
haben, daß fie sich solcher nicht mißbrauchen werden; Wir befehlen ihnen jedoch?, daß fie jeden 
zeit mit kurzen Worten auf die Adressen, besonders bey den mit der fahrenden Pest gehenden 
Packeis näher bestimmen, was es eigentlich für Sachen betrifft. Sollte aber bey Unseren Post 
ämtern der Verdacht entstehen, daß hierunter Unrichtigkeiten Mit unterliefen; So erfordert cs 
die Pflicht, mit welcher jeder Postbedienre Uns zugethan, daß dieserhald Anzeige geschehe und 
Urrteisrrchung angesttUt werde, und haben sich gewiß, der, oder diejenige, welche sich hierunter 
etwas zu Schulden kommen lassen, Unsrer Ungnade und nach Befinden ernstlicher Ansehung z« 
gewärtigen. Wann 
§, 8. wörtliche Arme an Uns oder Unsere Collegia Bittschriften einzuschicken haben und da- 
Porto zu entrichten nicht vermögen; So sollen solche, jedoch nicht anders unfrankirt angenom» 
men werden, bis der Beamte oder ein anderer in Unseren Diensten und Pflichten stehender Be 
diente auswendig auf den Brief die Worte: Armensachen, setzet, zugleich auch seinen Namen 
eigenhändig darunter schreibt, welches aber nicht ehender geschehen soll, als bis die Armuth 
notorisch ist. 
§. 9. Sollen zwar alle auf den reitenden Posten an Unsere Hohe Samthospitale selbst adres, 
sirte oder unter deren Siegel von ihnen abgeschickt werdende Briefe ferner frey gehen, auch die 
öffentliche pia instituta, welche die Postfreyheit hergebracht haben, solche jedoch bloß in den Sa, 
chrn, die den Fond selbst, und nicht die Privatangelegenheiten eines Bedienten, Administratori;, 
InlpeÄoris, ConduLioris, Schuldners betreffen, weiterhin behalten, die hierunter sich ereignende 
Mißbräuche aber, wofür die Aufgeber, und die Empfänger der Briefe, wann letztere den Miß 
brauch nicht anzeigen, zu hafte« haben, mir fünf Rthlr. Strafe geahndet «erden. Damit nun die 
Postämter wissen mögen, welche pia Corpora die Postfreyheit hergebrachtermaaßen zu genieffen 
haben; So soll Unsre Oberpostdircction die Observanz untersuchen und die Postämter darnach 
instruiren; den Privat» und Familien-IniUtutis hingegen, kan die Postfreyheit nicht zu statten 
kommen. Endlich 
§, 10« wird es in Ansehung der zum Nutzen deS hiesigen Armen, Waisen, und FindelhauseS 
errichteten Classenlotterte bey der von UnS gnädigst zugestandenen Postfreyheit dergestalt gelas 
sen, daß alle von der Direction dieser Lotterie selbst abgeschickt werdende und an dieselbe ankom 
mende Briefe und Packeis fernerhin frey paßiren, sämmtliche Haupt-und UntercollecteurS in 
und ausserhalb Landes aber von ihrer uutereinander oder sonst in Lotteriesache» zu führenden 
Corresponden; pro futuro durchgängig das Porto bezahlen sollen. 
Wie Wir nun ernstlich wollen, daß über vorstehendes sowohl, als über sämmtliche vorhin 
erlassene Postordnungen, in sofern selbige vorbin nicht erläutert oderadgeändert worden, vo« 
allen denjenigen, so es angehet, mit aller Schärfe und Nachdruck gehalten werde; Als befeh 
len Wir Unsrer Regierung allhier diese Unsre Ordnung zu jedermanns Wissenschaft gewöhulicher- 
maaßen kommen lassen. 
: Urkundlich Unsrer eigenhändigen Namensunterschrift und beygedruckten Fürstlichen Secret- 
JnsiegelS. So geschehen Geismar den goten August 1784. 
Friedrich L. z. Hessen. (l.. 8.) ve. v. wittorff, 
EdLktalcLtationen. 
I) Johann Georg« Heße von der Bergfteyhrit Abterode, welcher ohne zuvor erhaltene Erlaub 
niß außer Lande« gegangen, wird hierdurch edictaliter citiret, daß er sich binnen Jahrs Frist 
obnsehlbar wiederum sistirev, oder widrigenfalls der Ordnungsmäßigen Confiscation seines 
Vermögens gewärtigen solle. Attendorf in Sooden, den rs. Oclob. 1734. 
Zürstl. Hessisches Infiitz-Amt öaselbsten. 
%) Nach-
	        

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