Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1784, [1])

% 
i tes Stück vom Zterr Januar 1784. 
N 
Verordnung wegen dem Laub-Heide- und anderStrenwerksammlen. 
Von Gottes Gnaden Wir Friedrich, Landgraf zu Hessen, Fürst zu Hersfeld, Graf zu Catzerw 
einbogen, Dietz, Iiegerihain, Nidda, Schaumburg und Hanau rc. Ritter des Königlich, 
Groß-Brittamuschen Ordens vom blauen Hoseubaude, wie auch des Königl. Preußische« 
Ordens vom schwarzen Adler rc. rc. 
1 Unsere Ober * Fvrstbebiente haben verschiedeutllch die uuterthäoigste Anzeige gethan, daß in vie« 
len Gegenden deS Landes das Laub» Heide- und ander Strenwerksimrmien aus den junge» 
Schlägen, Gehegen und Stangenhölzern täglich mehr überhand nehme, und fast nicht mehr zu 
steuren stünde, weil verschiedene Unsrer Dienerschaft auf dem Lande den Gemeinden den ganz ir, 
rigen Wahn unter der Hand beybrächten, daß Unsre Meynung nicht dahin gienge, die Unter tha 
uen «it dem Laub- uud Streuwerksammlen einschränken zu taffen, s-yderu Wrr vielmehr geneigt 
wären, die ihnen dieserh-lb auf den Forstgerichten angesetzt werdende Strafe in Gnaden wie 
derum zu erlassen. 
Sv sehr Uns nun die wahre Wohlfahrt Unserer getreuen Unterthanen jederzeit am Herzen 
liegt: So können Wir doch diesem Unwesen um so weniger länger nachsehen, da es eine unbe, 
werfelt« Sache ist, daß, wenn den jungen Gehegen- und Stangenhölzern das Laub, als die ein» 
ze Düngung und Besserung des Waldes, entzogen wird, solche in ihrem Wachsthum gänzlich 
'rückgesetzt werden, uud Wir daher an Unseren Forst, Revenuen ein ansehnliches verlieren, über, 
t"? m solches für Unsere Unterthanen selbst die nacbtheilige Folge hat, daß dergleichen durch da- 
^ ^-ubhvlen verdorbene Gehege allererst nach zwanzig und mehrern Jahren zurHute aufgethan und 
eingegeben werden können, nicht zu gedenken, daß das Laub- und Streuwerksammlen in vorigen 
Zeiten in solcher Urbermaaß, wie dermalen, ganz vnbekaut gewesen. Da Wir indessen jederzeit 
geneigt sind. Unseren Unterthanen in ihrem Ackerbau und Rabrungssiande auf alle Art unter die 
Armen zu greisen, und dabey überzeugt sind, daß, wenn die rechte Zeit in Acht genommen, und 
mit Ordnung zu werke gegangen wird, ein jeder sich das benörhigre Streuzeug anschaffen kan, 
ohne in die jungen Schläge, Gehege und Stangenhölzer zu fallen, und solche zu ruiniren; So 
haben Wir nöthig erachtet, folgendes gnädigst zu verordnen: 
r. Soll jeder Hauswirth das in seinen Garten, Höfen, Kämpen, Wiesen nndAng-rn vor 
handene Laub den Herbst sogleich nach dessen Abfall, ehe es der Wind zerstreuet, sorgfältig samm, 
Ua, und zum «öthigeu Gebrauch unter Dach dringe», dieses auch ir, Ansehung der Städte- oder 
GemeindSanger, Triescher, Driften und sonstigen Gemetnheittn, die jungen'Gehege und Starr, 
grnhölzer der Städte. Gemeinds- und Privatwaldungen jedoch ausgenommen, nnter Anweisung 
der Landräthe, Stadt oder Reservat-Commiffarieu aufs genaueste beobachtet, und daSLaub un, 
ter die Bedürftigen verhältnißmäßig vertheilt, sodann aber, wenn das geschehen. 
Denjenigen Unterthanen, di« hierdurch ihr Bedürfen nicht hinlänglich erhalten, und a» 
dem zum Uaterstreuen benöthigten Stroh noch würklichen Mangel haben, welches nach jedes 
mahliger Erndte und jener, wie vorgeschrieben, sträcklichsi dewürktenLaubsammlung mit Bedacht- 
vehmuug auf eine- jeden Viehstand und daß dessen nach Maaßgabe der wegen des ViehhaltenS 
«nd HütenS erlassen «erdenden Verordnung mehr nicht, als von der besitzenden Länderey u»h 
Wiesen zu ernähren und zu überwintern stehet, gehalten werde, wohl zu untersuchen, und hier 
nach daS etwaige weitere Erfordern an Streuwerk iu Gewißheit zu fetzen, das Laubholcn, 
,) in offenen Küh. oder Blumeuhuteu, worunter jedoch die etwa zur Hute eingegebene er 
wachsene Gehege keineöweges zu verstehen sind, 
b) in ausgewachsenen Heisterwaldunzeu bis auf da- Jahr zuvor, da solche in Schlag 
gelegt werden, 
») in geringeren Heister- »der starken Stangeuholzungen, uud hierin auch our im Nothfalle 
und in gänzlicher Ermangelung erwachsener und stärkerer Holzungen dergestalt veranstal« 
ut werden, daß , . 
» * g. Hiev-
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.