Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1784, [1])

Vom Zteri März 1734* ZL7 
Nachbars Belästigung, Z» führen schuldig seyn; wie er bann ebenfalls alle diejenige Koste», 
welche, um vorn Nachbar asten Schaden abzuwenden, die Einrichtung des neuen Baues erfor 
derlich macht, zu tragen hat. 
22. Wann jemand eine eigene Mauer hat, die unmittelbar an des Nachbars Grund und 
Boden ausgeführt ist; Sa mag er zwar in seidiger einbrechen, und Velken, Wandschränke unö 
Rüftlöcher anbringen; er soll aber wenigstens drey bis vier Kol! nach des Nachbars Seite zu lie- 
gen lassen. Und wo jemand in einer solchen Mauer eine Feuerstatt, oder einen Schornstein ma 
chen will, sol! er im erstren Fall einer; bis anderthalb, und im letzter« wenigstens einen halben 
Fuß, ganz lassen. Wobey sich daun auch von selbst verstehet, daß, wenn des Nachbars Wand 
dergestalt herüber hängt, daß der Ban nicht nach dem i'ctf) gerade ausgeführt werben kann, 
das Uederhängende der Regel nach, insofern sich dieses nicht auf eine Sewitut gründet, ringe» 
pgen werden muß. 
2Z. Wer einen Keller aulegt, welcher an der einen und andern Seite gegen seinen Nach«- 
bar keine Mauer hat, soll ihn mir eignen Mauren versehen lassen, und 
24. mit einem neu anzulegenden Brunnen wenigstens drey Werkschuhe von des Nachbars 
Grund und Boden abweichen. 
25. In trocknen gemeinschaftlichen Winkeln darf kein Nachbar ohne des andern Wissen 
and Willen weder etwas anlehnen, lege«, oder stellen, noch unsauberes Wasser oder andern Un. 
rath in selbigen gießen, oder werfen; wie dann auch bey einem gemeinschaftlichen nassen Winkel 
zwar uuder.ommen bleibt, in jedem Stockwerk des Hauses ein Privet, wenn daselbst noch kei 
nes vorhanden ist. jedoch nur dergestalt anzulegen, daß dadurch weder des Nachbars Ocffmrngerr 
und Fenster verbauet, und ihm Schaden verursachet, noch sein Hans und Wände verunreiniget 
werden, ausserdem aber nicht mehrere Priveter, als dariuu hergebracht sind, ohne des ander» 
Nachbars Einwilligung angelegt werden dürft«. (Der Beschluß folgt.) 
EdLktalcitatLonen, 
l) In Consormitsct derer gnädigsten Verordnungen vom n, Mart. 1774, 2. Febr. 178 r. utfb 
2. Decembr. 1782. werden nachfolgende aus hiesigen Lauden ausgewanderte, namentlich Js» 
hanr, Adam Gombcrt, aus Sondheim, Joh. George Hucke aus Leudorf, Johannes und Job« 
Jost Löchuer zu Hebel, Joh. Jost Kranskopf daselbst, Joh. Adam Pfaukuch aus Dickersharr« 
ftn, Henrich Nickel aus Wasmuthshausen, Job. Bornkesse! aus Mörshausen, Joh. Friedrich 
Herzog aus Holzhausen, Joh. Jost Grebe auS Niedernbeisheim und Henrich Bolze aus Ober« 
Beißheiiu hierdurch cäiÄaUter vorgeladen, sich so gewiß binnen Jahresfrist in ihrer Heimach 
wieder emzufiuden und sich wegen ihres Auswanderns zn rechtfertigen, als bey dessen Entste« 
düng zu gewärtigen, daß gegen sie als treulose Unterthanen mit der Confiscation \l)u$ Vermö 
gens und Affixion ihres Namens an die Jiistiz verfahren werde. Homberg den 23. Febr. ¿784» 
dürst!. Hessisch. (vder-Amt daselbst. Kleyen stetibei*. 
0 Johann Henrich Gertendach aus Cappell, welcher, in vorigem Jahre, ohne Erlaudniss aus 
ser Landes gegangen , wird hierdurch edictaliter citiret, sich so gewiß binnen Jahres Frist in 
seinem Vaterlande wieder einzufinden, und bey hiesigem Gerichte sich zu melden als er widri- 
genö zu gewärtigen hat, daß nach Maas der gnädigsten Landes Verordnungen mit Confiscati 
on serves gegenwärtigen und zukünftigen Vermögens gegen ihn verfahren werden wird.' Rie. 
ác de» 17. Febr. 1784. Adel, von Meysendugischeö Gericht das. I. D. Schenckcl. 
Verpachtungen. 
l) Nachdem die dem Ritterschaft!. Stift zu Kanfungen' eigenthümlich zuständige Mühle Zu Hel« 
s» die Niedermühle genannt, auf den löten März dieses Jahr- pachtlos wird und von Stifts» 
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