Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1782)

Vom atm December 1782. 
911 
der sich selbst empfehlen wird, gestochen. Der erste Heft wird gleich vor den Pränumeraiions- 
Preis eines Thalers überlassen, aber auch zugleich l Rthlr. auf den zweyten Heft bezahlt. 
Hr. Ehrysclius in der Dronysien, Straße Nro. 87 wohnhaft, nimmt Subftrrption an, und 
ersuchet die Hrn. Liebhaber, sich deshalb des Vormittags von 8 bis ri Uhr, bey ihm belie 
bigst zu melden. 
Litte an die sämmtlichen Herren Prediger im Zürstenthum Hessen-Lasse! «n& denen 
dazu gehörigen Landen. 
Meine Herren! 
Warum solten wir nicht alles mögliche thun, um unsere Mitbürger und Mit-Unterthanen des be 
sten Fürsten, zu aller möglichen Rechtschaffenheit, Menschenliebe und Ausübung aller christli 
chen Tugenden aufzumuntern? — Man bemerkt in unsern Tagen die Verdienste um Gelehr 
samkeit und in Ersittdung und Verfeinerung nüzlrcher Künste; warum solten wir nicht auch 
den grösten Werth unsers Nedenmenschen, seine Tugend, seine Menschenliebe und Frömmigkeit 
bemerken, die uns in den Augen Gottes allein angenehm machen. — Sie wissen es, meine Herren, 
besser, als ich es ihnen sagen kann, wie sehr Beyspiele uns zur Nachahmung reitzen. Las 
sen sie uns unsern Landesleuten solche Menschen zur Nachfolge vorstellen, die sie zum Theil 
selbst gekannt haben. Warum wollen wir ihnen Beyspiele von auswärtigen Nationen vorstel 
len, da wir sie unter uns selbst haben? Diese und ähnliche Betrachtungen haben mich bewogen 
Beyspiele solcher Art aus allen Ständen in unserm Vaterlande zu sammle«,- uud ich bin wil 
lens sie der Presse zu überlassen. Damit ich aber meine Sammlung vollständiger ma 
chen kann, so wende ich mich an sie, und bitte mir gefällige Nachrichten aus, von denen gut- 
denkenden Menschen, die sie in ihren Gemeinden haben kennen gelerner: Die Nachrichten die 
ich mir ausbitte, müssen aber folgende Punkte enthalten: den Namen, denGeburtsort und den 
Stand des Gutdenkenden; hautsächlich aber feine Gesinnungen (insofern man sie wissen kann) 
von Religion und wodurch er sich vorzüglich als einen christlich guten Menschen bewiesen, end 
lich aber auch sein Ende und die Art seines Betragens'im Tode. Sie sehen hieraus, daß 
ich nur solche in meine Sammlung aufnehmen kann die die Laufbahn ihres Lebens mit christ 
lichen Gesinnungen geendiger haben; denn von Lebendigen schweiget die Geschichte. Dieje 
nigen unter ihnen, welche Aufsätze in meine Sammlung eingeben wollen, werden mich sehr ver 
binden. Die aber welchen ihre Geschäfte dieses nicht rrlunden, werden mir doch weuigsienS 
Nachrichten ertheilen. Sowohl Aussätze als auch Nachrichten, belieben sie nur an die Hämpi- 
sche Buchdruckerey allhier einzusenden. Erstere müssen postfrey eingesandt werden. Wenn sie 
M. H. mich mit solchen Nachrichten von guten Menschen, wes Standes sie auch seyn mögen, 
versehen, so werde im Stande seyn, jährlich eine solche Sammlung zu veranstalten. Cassel 
in: Novemd. 1783 . 
Lj as 
Bücher, so zu verkaufen. 
m 
j) In der Waisenhaus, Buchbruckerey allhrer, sind nunmehro alle Sorten ber Hessen - Lasseli- 
schen Kalender, auf das Jahr 178Z, fertig gedruckt, und daselbst, wie auch bey allen hiesigen 
Buchbindern, um den bekannten Preis zu haben. Desgleichen sind die beliebten Taschen- 
kalender, als der Göttinger, der Gochaische Hofkakcnder, und der Königl. Grosbr. oder Lau 
enburger Kalender, deutsch und französisch in Pergament gebunden, das Stück für 22 Alb. zu 
bekommen. Inj allen dreyen sind dre Monathskupfer von Chodowiecky gezeichnet, und von 
Rosmasler, Geyser und Berger gestochen. Zn dem Göttinger Kalender werden Narren vor. 
SsS.sSS gesielt.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.