Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1782)

Vom -sten Februar 1782. 
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> ten, den kalten Brand, Brechen, Blutstürzung, alten Husten, Kälte im Unterleibe, Milz- 
> krankheit, Stein, Gicht und pvdagrische Schmerzen, alle Arten Lähmung, er sey vom Schlage 
oder sonsten den Schwindel, allerhand Ausschlag, den weisscn Fluß und verhaltene monatliche 
-- Blume; ferner die Melancholey, Raserey, Colik, Mutterbeschwerung und Gelbsucht. Sie ma» 
: chet vortreflichen Appetit zum Essen, und wer sie nur zuweilen braucht, ist Zeitlebens für aller 
Fäu'ung, Geschwüren, Schlag und für der Schwindsucht selbst gesichrrt, stiller kürzlich alle 
- Kopf- und Gliederschmerzen, wann auch diese von Ueberhebung und Verrenkung entstehen, 
» widerstehet allem Gift, böser Luft, und der Pest selbst, zumal sie nichts Böses in noch an den 
menschlichen Körper kommen läßt, reiniget auf eine sehr leichte Weisein kurzem das allerver 
stockteste Geblüt ohne Aderlässen, wobey kein Krautcrtrank noch Brunnenkur in Vergleich tom» 
ì men kann, daher sie auch in einigen venerischen Kraul Heiken, wenn solche nicht zu tief einge 
wurzelt sind, mit Nutzen kann gebraucht werden. Bey Kindern vertreibet sie den Jammer 
und alle Arten von Würmern, und ist sonst in allen denselben zustossenden Krankheiten als die 
1 beste Goldtinktur zu gebrauchen; wobey einem jeden die Versicherung gegeben wird, daß, wer 
diese Medicin beständig bey sich führet, weiter keinen Rath noch Medicin im geringsten von 
Nöthen hat, und mit einem einzigen Glase alle an ihm und seinen Hausgenossen neuentstehen 
de Krankheiten heben kann, wie die Erfahrung einem jeden mit Verwunderung lzeigen wird. Wie 
wohl (so spricht der Verkäufer,) sorget daher .ein jeder für seine Gesundheit, wenn cr diese Arzeney, 
durch deren gute Würkung nicht allein vielen tausend Menschen von den gefährlichsten Krankheiten 
geholfen worden ist, sondern welche auch von vielen vernünftigen Acrzten den Kranken angepriesen 
wird, zu demjenigen Gebrauch anwendet, wozu es der Geber alles Guten gescheuter hat. Er 
wird dadurch nicht allein seinen Leib, und zwar mit wenigen Kosten, für vielen Krankheiten 
bewahren, sondern auch derjenigen Gefahr entgehen, der er bey der Wahl noch nicht genug 
geprüfter Arzeneyen ausgesetzt ist. Das löthige Glas von dieser heilsamen Essenz, nebst einem 
dabey besindlichen Gebrauchzettel kostet 8 Ggroschen in Louisd'or zu 5 Rthlr. oder 36 kr. im 
24 fl. Fus. Das hierüber pflichtmäsig ausgestellte Attestat der beyden Hamburgischen Herren 
Physicorum wird hiermit eingerückt, welches wörtlich also lautet: "Daß wir Physici der Kar- 
„seri, freyen Reichsstadt Hamburg die Icnnyschc oder Hamburgische wundersame Essenz auf 
„Verlangen untersucht haben, und gefunden, daß solche aus guten uns bekannt gemachten 
„Bestandtheilen bestehe, und daß sie also eine sehr dienliche und wirksame Arzeney sey, bezeu 
gen wir der Wahrheit gemäß mit unsern eigenhändigen Unterschriften; so geschehen, Ham 
burg den 22. Nov. 1779 ' 
(L. S.) ff- F. Botte», (L. S.) F. L .C. Cropp, 
Med. Dr. Physicus Hamb. Med. Dr. Sub-Physicus Hamb. 
1 2) Bey dem Gärtner Harßleben in der Unterneuftadt sind der besten Sorten Pfirschen» Bäu 
me wie auch 400Stück verschiedene Sorten Grasdlumen, um einen billigen Preiß zu haben. 
13) Am Judenbrunnen in Nro. 314. sind über 130 Stück hiesig gezogener sehr gut artiger Cana 
rie» Vögel, welche wegen ihres guten Schlags vielen Vorzug verdienen, um billigen Preiß zu 
! verkaufen, Liebhaber können dieselben nicht allein sehen, sondern auch schlagen hören» 
14) In Nro. 1075. in der Moritz-oder Mühlenstraße in der Unterneustadt 3 Treppen hsch, sol 
len nachstehende Sachen den Uten Febr. a. c. Nachmittags 2 Ult und folgende Tage aus 
freyer Hand verauctioviret werden: l) an allerhand guten Büchern, nehm!, zur Mathematik- 
Bau-und Ingenieur-Kunst auch Chymie und sonstige in allerhand Wissenschaften einschlagen 
de Theile, wie auch die Berleburger Biebel in 8 Folianten bestehend, wovon der CataloguS 
in obiger Nro. eingesehen werden, 2) eine gute Pendul-Ubr, welche 12 Tage gehet, 3) ein 
Astrolabium, 4) Stühle nebst Canape, 5) etliche Tische nebst Schränken, 6) etliche Mannsklei 
dung, 7) eine Drechselbank, 8) eine Werkstatt mit Schubladen, y) eine Bücher-Repositur, 
10) Gläser zu Tudis, n) Meßingen Schalen zum Glasschleifer», 12) gläserne DiftilirKol 
ben und sonstige.kleine Haus-Gerätschaften, nebst i eisern Schraubstock vor einen Schlosser; 
K A und
	        

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