Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1782)

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Vom 2zten September 178s. 
Will auch hier feine Wissenschaften mittheilen. Er ist der Erfinder von vielen Keinen Arbeiten, 
welche sowohl sehenswert!) als unterhaltend sind. Sie sind vor diejenigen, welche sich befleise» 
wollen, und Geschmack haben sehr leicht zu erlernen und sehr nützlich für die Zugend. Alle Per 
sonen von 12 bis 60 Jahren können sie erlernen. Die Beschreibung davon ist folgende: 1) 
Lehret er auf eine ganz neue Art zu stricken, welche vielweniger Bewegung und Mühe verur 
sacht, als die gemeine; man kann zu der Verfertigung eines Mannsstrumpfes in einem Tage 
gelangen. Viele Personen können vielleicht glauben, daß dieses unmöglich, oder die Arbeit nicht 
so dauerhaft a!ö die gewöhnliche sey, man kann aber denbssagten Hr.Dubois fragen lassen, wel 
cher die Ehre haben wird sich mit allen Mnstern sciuer Arbeit und nöthigen Instrumenten zu 
denen Dames zu begeben, um in ihrer Gegenwart zu arbeiten; wobey man auf die Noth 
wendigkeit seiner Kunst, und die Gute seiner Arbeit wird schliefen können, welches ohne Be 
zahlung geschiehet. Ader so bald man ihn wird arbeiten sehen, wird man über die bequeme 
Art und Leichtigkeit deren er sich bedienet, so verwundert seyn, daß man sich nicht wird ent 
halten können, sich den Versuch derselben zu wünschen, welchen'er aber nicht eher mittheilet, 
als bis er Stunden giebt, indem er die Zusammenkunft ohnentgeltlich verrichtet. 2) Mit edea 
diesen Strick Instrumenten zeigt er noch verschiedene andere ferne Arbeiten: als Garnituren 
von Gold, Silber und Schnurzen auf Mannskleider zu machen. 3) Agremens auf Frauens- 
kleider. 4) Uhr-und Swckbander. 5) Entoilages und verschiedene andere Galanterien wovon 
man alle Mister sehen kaxn. 6) Der Hr. Dubois getrauet sich seine Art zu stricken , undal- 
ie oben angeführee Gegenstände in 12 Lektionen zu lehren; wenn deren iZ nöthig sind, bezahlt 
man nur 12 und wenn man es in 8 Stunden erlernen kann , wird man deren nur 8 bezahlen. 
Der Preis dieser Lektionen ist ein Thaler vor die Stunde, und um den Dameö und Demoissels 
les die Bequemlichkeit zu verschaffen, mit weniger Unkosten zulernen, weil er nur 6 Wochen 
in dieser.^tadt bleiben kann, so gehet er ein, daß 3 Personen in Gesellschaft zusammen treten, 
die Stunde um den Preis zu nehmen. Man wird nichts im vorauszahlen, aber wohl wenn man 
wird zufrieden seyn und ausgelernet haben. Man hat im Anfange weiter nichts als die zum 
Stricken gehörige Instrumente zu bezahlen, welche von geringem Werth und nur 12 Ggr. ko 
sten. Wenn sich einige Personen fänden, welche nicht Stricken zu lernen wünschten, obwohl 
seine Art von der andern sehr unterschieden und überlegen ist: so lehrt er noch andere Arbei 
ten von Stickereyen, als: 1) Die Tambour-Arbeit ohne Tambour mit Nähmen, und ohne die 
Nadel in der Hand zu wenden mit einer sehr schönen Genauigkeit. 2) Auch anderes Stickwerk 
von Gold und Silber. 3) Schnallen vor die Damen, welche man auf verschiedene Arten Schu 
he machen kan». 4) Lehret er auch Band stricken und eine Anzahl anderer Arbeiten von dieser 
Gattung, welche die Gränzen eines Anzeigers anzuführen nicht erlauben, welches alles auf die 
Art wie er eS lehret, leicht zu erlernen. Er bittet die Damen, sich nicht die Mühe zugeben, 
zu ihm zu kommen, feine Arbeit zu sehen, sondern ihm blos ihre Adresse zu schicken, wo evdie 
Ehre haben wird sich mit seinen Mustern zu ihnen zu begeben, wiederholend daß dieser» nichts 
kosten wird. Er lcgirt auf dem Königsplatz bey dem Hof-Bildhauer Hr. Valléis. 
32) Es haben die Bachmannischen Erben ihr Wohnhaus in der Jacobs, Straße zwischen dem 
Schmied Vogeley und dem Schneidermster Gehl gelegen, um eine gewisse Summa Gelds Ver 
kaufs, wer nun was ldaran zu fordern hat, wolle sich Zeit Rechtens melden. 
33) JnNro. 533 in derPaulistraßedey dem Waysenhaus-Chirurgus Hrn. Beyer hat Jac. Heuser 
aus dem Haag Blumen-Zwiebeln in Commißion gelassen, als: Hyacinthen, ir Stück zu 
1 Rthlr. alle gefüllt, imgleichen wohlriechende Tulipanen welche zu Christtage floriren, 12 S^ 
zu i Rthlr. Jonquillon 32 Stück zu 1 Rthlr. wie auch Harlemmer-Oehl, welches gut vor 
den Stein und Nieren-Grieß, Engbrüstigkeit und Rothe-Ruhr, und viele andere Krankheiten 
heilet, wie der dabeykommende Gebrauchzettel noch mehr besagt, das Glas 6 Ggr. 
34) Es haben des verstorbenenHrn. Ober, Rentmstr. Halberstadts Beneficia! - Erben, ihren, aus der 
Großväterlichen Verlassenschaft, neml. von dem verftorb. Hrn. Cammer-Rath Heppe ererbten vor 
. Ppp pp dem
	        

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