Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1782)

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tigter Arbeit und abgelaufenen Quartal langer dann 14 Tage mit der Rechnung zurückbleibt, 
Mtthin selbige nicht zu gehöriger Zeit, uno mit darunter zu setzenden Mvuath und stato zum 
Rechnungs-Protocol! einliefert, nach geschehener Moderation nicht nur annoch 10 p.Cent. de- 
courtirt- sondern noch überdem der Contravenient mir Bezahlung seiner Rechnung allen ander» 
nachgesetzt werden, nach Befinden auch der^» gänzlichen Verwerfung gewärtigen soll. Cassel 
den 22. April 1782. Aus Fürst!. Lriegs- und Domainen- Lämmer. ¿ 
3) Es ist vom Stadt-Magistrar zu Strasburg folgende Nachricht und Requisition jüngsthin ein» 
gelaufen: 
Franz Begum der hiesige Bürger und Umbgeldsbott (ohngefehr 40 Jahr alt, $ französische 
. Schuh und 4 bis 5 Zoll hoch, breitschulteriger und dicker Leibesgeftalt, braunen und völlige» 
Angesicht-, mit einer wohlgebildeten Nase, schwarzbraunerund dicker in einem kleinen Beu 
tel zusammen gebundener Haupthaaren, nebst einem starken Bart und braunen Augen; mit ei 
nem fleischfarben Rock und Hosen von Barracan, nebst einem dergleichen mit einem fiberneu 
Börtlein eingefaßten Camisol, zur Zeit seines Austritts, angezogen) welchem letztverflossene» 
Samstag eine Summe von ohngefehr Eilfhundert Gulden von seinen Vorgesetzten anvertraut 
und dabey befohlen worden, solche in unsere Schatzkammer- den sogenannten Pfennigthurm, 
ohnverzüglich zu bringen, hat, wie uns hinterbracht worden, statt dem, ihme auferlegten Be 
fehl nachzukommen, sich vielmehr den darauffolgenden sonntags Morgens, nebst seinem eilf- 
jährigen Knaben, in einer Miethkutsche, auf ein, eine kleine Stunde von hier entlegenes Dorf 
und zwar in der vorgeblrchen Absicht, daselbst zu Mittag zu speisen, führen lassen, von wan 
nen er sofort seinen Weg zu Fuß, gegen dem Rhein zu weiters solle genommen haben. Wei 
len demnach derselbe demeldteö Geld nicht an seine Behörde eingeliefert, und sich ohne 
ge Erlaubniß seiner Vorgesetzten von bier wegbegeben, auch seithero um seine gewöhnliche 
Amtsgeschäften zu verrichten, nicht mehr zum Vorschein gekommen, so ziehen wir billigerma- 
ßen den Schluß daraus, daß er sich mit obangeregtem ihme anvertrauten gemeinen Gut auf 
flüchtigen Fuß gesetzt. Da nun dieses treulose und höchst sträfliche Verhalten unsers oberwehn» 
ten Umbgeldsbotten das gemeine Wesen insbesondere verletzet und folglichen an desselben Had- 
haftwerdung nicht allein uns, sondern auch der ganzen Bürgerschaftsehr gelegen, damit, wo 
möglich das veruntrauete Gut wieder herbeygeschaft, der Flüchtige aber, andern zum Schrecken, 
zur wohlverdienten Strafe gezogen werde; so ersuchen Wir Euer- - - - freundnachbar« 
lichft obgedachten Franz Beguin falls derselbe in Dero Gerichtszwang betretten würde, also- 
bald am Leib ergreifen und*ncbst den auf ihme habenden Geld und Effecten anhalten, auch 
uns solches beliebigst einberichren zu lassen, damit wegen der Auslieferung, gegen Ausstellung 
der gewöhnlichen Reversalien und Erlag der Gerichts- und übrigen Kosten die weitere nöthige 
Verfügungen getroffen werden können. Es werden also alle und jede Obrigkeiten nach Stan 
des-Gebühr hiermit dieustfreundlich ersucht auf diesen Fugitivum genau zu invtgilireu, selbigen 
im Betrettungsfall zu arretiren und davon gefällige Nachricht anhero zugeben. Cassel densi. 
May 1782. Fürstlich Hessisches Lriminal-Gericht allhier. 
4) Der Vorsteher und Herrschaftliche Geld - Erheber^ohannes Bol; von Eitra, Gerichts Schild- 
schlag, seines Alters ohngefehr 60 Jahr, mittler «tatur, schwarzbranner Haare, einen blauen 
Rock und Camisol mit gelben Knöpfen, nebst weissen ledernen Beinkleidern und schwarzen 
Kamzschen tragend, ist am Uten dieses, ohne von denen eingenommenen Contributions- und 
andern Herrschaft!. Geldern Rechnung abzulegen, von denen Seinigen entwichen, und ohne 
daß man wegen seines Aufenthaltes die mindeste Nachricht ausmachen können. Nachdem nun 
dem Beamten daran gelegen, daß dieser Fugitivus eingezogen werde: So werden alle rehc. 
aive hohe und niedere Obrigkeiten dienstfreundlich ersucht, gedachten Bolz im Betretungs 
falle arretiren, hiervon sofort gefällige Nachricht an allhiesiges Amt gelangen, und densel 
ben, gegen Erstattung derer Gebühren anhero ausfolgen zu lassen. Welches man in ähnli 
chen Fällen zu erwiedern, bereit und erbötiglst. Holzheim, den 13. May 1782., Heuser, Dr. 
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