Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1780)

Vom 2vtcn November 1730. 
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y) Eckert, eift besonders gefährlicher Dieb, ist ein großer langer Kerl, bat eine etwas 
spitze Nase, Blatternarben im Gesichte, und bräunliche Haare, welche derselbe gemeiniglich 
halb in einem Zopfe und halb geflochten tragt, zuweilen aber auch wenn er fürchtet erkannt 
zu werden, ganz abschneidet. Er hat zulezt einen preußischen Artillerie Knechts Roch ange 
habt, und darunter ein kurzes rothes, und über solchen ein schwarzes cattunen Camisohl ge 
tragen. Er verändert aber oft die Kleidung, und ist zuweilen so gut gekleidet, daß man ihn 
nicht für ein?« Landstreicher und Dieb halten sollte. Er trägt gemeiniglich weiße Handschuh 
und silberne Schuh-und Hosenschnallen, auch ein dünnes Rohr, führ^auch oft geladene Pi 
stolen bey sich. Er gehet gewöhnlich mit einem andern Kerl, der kurzer dicker Statur ist, und 
einen weiß - Rock traget. Ferner hat Eckert ein großes Fraueasmenfth, die fast immermrt 
einem Schultermantel gehet, bey sich, und handelt nebst derselben mit allerley geistliche» 
und weltlichen Liedern. 
10) Heidelmann. Ist ein ziemlich großer Kerl, schon bey Jahren , hat ein schieres und 
blasses Gesicht, bräunliche Haare und auf dem einen Auge eine Haut. Iulezt hat de» selbe 
einen weißen Rock getragen. Er führt ein FrauenSmensch mit sich herum, welches ebenfalls 
ziemlich groß ist, und ein schieres Gesicht hat. Diese gehet insbesondere auf den Markten 
herum und stichlet. 
1 1) Falckenberg, ein sehr gefährlicher Dieb, ist sin langer schmaler Kerl, mittlern Alters, 
bat ein weißes Gesicht, einen schwarzen Barr, schwarze Haare, schwarze Augen und Augeu- 
braunen. Er hat zuweilen ein blaues Kieid, blaue Beinkleider und Stiefeln getragen, ver 
ändert aber oft die Kleidung. Cr gehet herum und handelt mit Knöpfen, Fingerringen, 
Nehnadeln, Spendeln und dergleichen. Zuweilen hat er auch ein FrauenSmensch, welches 
sich Louise Wackermaul nennet, und eine Schwester der vor einigen Jahren allhier gerichte 
ten Gebrüder Wackermaul ist, bey sich. 
12) Der Kesselflicker Christoph, ist ein junger schmaler Kerl, scheinet seiner Sprache nach 
aus dem Hildesheimischeu zu seyn, hat ein blasses Gesicht, welches er beständig verziehet 
hat röthliche Haare, und ist fast beständig betrunken, daher er immer gebückt gehet, und 
es den Anschein hat, als wolle er in die Knie ^sinken. Er hat ein FrauenSmensch bey sich, 
welches die Pndel-Cathrine genannt wird, von Stade gebürtig ist, und sehr starke schwarze 
Haare hat, welche sie um den Kopf herum hängen läßt. 
13) Wilhelm Regent. Ist ein schmaler junger Kerl, mittelmäßiger Größe, hat ein schma 
les Gesicht und braune Haare. 
14) Christoph Sievers, eirssgroßer Kerl, schon bey Jahren, hat ein schwarzes Gesicht 
wie ein Zigeuner, schwarze Haare, und trägt solche in einem Zopfe, hat fast immer einen 
Ausschlag auf den Lippen, und führt ein großes FrauenSmensch Namens Christine, mit sich 
herum. 
15) Elisabeth Meyer, Wittwe Schmidt, welche die Diebe Elisabeth Papsche, auch die 
schwarze Elisabeth nennen, ist ein kleines FrauenSmensch, hat ein blasses Gesicht, schwarze 
Augen und schwarze Haare, und ist mit der Epilepsie behaftet. 
16) Johann Scdmilau, ans dem Amte Hagen gebürtig, ohngefehr 26 Jahr alt, großvon 
Statur, schieren Gesichts, hat kurze schwarze Haare, und ist zu Stade von den Hannover 
schen Trouppen desertirt. 
17) Dessen Ehefrau Hanne, iy Jabr alt, hat ein kleines rundes schieres Gesicht, schwar 
ze Haare, und bettelt nebst ihrem vorhin beschriebenen Manne. 
18) Hann Möller ein Kesselflicker, 18 Jahr alt, kleiner untergesetzter Statur, schieren 
Angesichts, hat eine dicke Nase, und blonde lange Haare, trägt einen langen blauenRock 
blau gestreiftes kurzes Camisohl, weiße leinene Beinkleider, weiße Strümpfe, runde Schuhe 
mit schlichten gelben Schnallen, und eine Kesselflickertasche, ist aus Verden gebürtig. 
iy) Carl Ludewig Möller, ein Korbmacher, der sich auch zuweilen Carl Ludcwig Schmidt 
Ggglgg - - - ne«.
	        

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