Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1779)

Vom isten November 1779^ 685 
sind und ungleiche Buchstaben haben, auch nicht recht weiß, sondern zuletzt gelb werden, mit 
hin ihre Materie, woraus sie bestehen, nemlich Messing, von selbsten verrathen; als hat man 
das Publicum vor Annahme dieser falschen Gele surren hierdurch warnen wollen. Cassel den 
2lten Octobr. 1779. Lürstl. Heßl. Münz-Direclormm daselbst. 
4) Es finden sich falsche Holländische Ducaten, welche nur mir einem dünnen^ Goldblech über 
zogen, inwendig aber von Silber und überhaupt an Zuthat von Gold und Silber etwa einen 
Rthlr. Werth sind; selbige unterscheiden sich im äußerlichen Ansehen durch kein besonderes 
Merkmahl, haben auch mehnntheils das richtige Gewicht, sie sind aber daran zu erkennen, 
daß sie nicht so geschmeidig wie die ächten Holländischen Ducaten sind, sondern sich viel schwe 
rer biegen lassen, und wenn sie einigemale stark hin - und hergebsgen werden, die obere dünne 
Eoldplatte sich dadurch starker ausdehnet, und alsdann das inwendige Silber hervorscheint. 
Diese einzige sichere Probe, welche ohne Einschmelzen geschehen kann, wird hierdurch öffentlich 
bekannt gemacht, danut jedermann selbige wissen und vermöge derselben für den Betrug mit 
solchen falschen Ducaten sich verwahren könne. Cassel den. 2.1. Octobr. 1779. 
Lürstl. ¿ejäl. Münz - Directorium daselbst. 
Z) Nachdem falsche König!. Preußl. Friedrichsd'or mir der Jahrzahl 1752. und dem Buchstaben 
zum Vorschein gekommen, weiche daran zuerkennen, daß sie viel großer und dicker, und 
gleichwohl um 18 Äs zu leicht und von ächten Stücken abgegossen sind, ausserdem aus purem 
vergoldetem Messmg oder sogenannten Tomback bestehen, und die Kupferfarbe sobald die Ver 
goldung abgegriffen, daran zu sehen, übrigens auch das Gepräge, die Buchstaben und Ziffern 
äusserst grob, und alles von so schlechtem Ansehen ist, daß man mit geringer Aufmerksamkeit 
daö falsche von dergleichen Stücken entdecken kann; als wird dem Pudlioo solches hierdurch zur 
Nachricht bekannt gemacht. Cassel den 4. Nov. 1779. 
Lürftl. Heßl. Münz-Direktorium daselbst. 
6) Da man bey der izzten hiesigen Lottoziehung wahrgenommen, daß viele von den Spiel-Lieb 
habern gegen die Absicht des unterm i2ten vorigen Monats bekannt gemachten Avertissements, 
vermöge welches beym General-Bureau alltäglich zur bestimmten Zeit Einsähe angenommen 
werden, solche und besonders diejenige, so von geringern Belang sind, bis auf den Mitwochen 
Morgen vor der Ziehung ausgesetzt, mithin veranlasset, daß wegen der dadurch gehäuften Ar 
beit solche nicht alle angenommen und gehörig eingetragen werden können; so hat'man zu Ver 
meidung dessen zum Besten der Spiel-Liebhaber hierdurch anderweit bekannt machen wollen, 
daß in Zukunft bey besagtem General-Bureau, auf den Mitwochen Morgen vor der Ziehung 
keine Einsätze unter 8 ggr. mehr angenommen, sondern die geringere in den vorherigen Tagen 
jederzeit eingegeben werden müssen. Cassel den 6. Nov. 1779. 
General -Direcüon der Lürstl. -hessischen Zahlen - Lotterie. 
Beförderung beym CwiftErar. 
Des Herrn Landgrafen Hochfürstl. Durch!, haben den bisherigen Eonrector bey dem Lycco Fri- 
dericiano Hr. Earl Ludwig Richter zum Rector desselben gnädigst zu ernennen geruhet. 
Gelehrte Sachen. 
1) Einer der beliebtesten Dichter Deutschlands, Hr. Gökingk, wird seine Gedichte zusammen 
herausgeben. Format, Druck und Papier wird seyn wie bey Hr. Bürgers Gedichten. Das 
Ganze wird ein Alphabet!) und vielleicht einige Bogen darüber betragen; und Episteln, Lyri 
sche Gedichte und Epigrammen, aber nicht die Lieder zweyer Liebenden, auch nicht die ehemals 
versprochene Lieder zweier Ehegatten; enthalten. Der Preis der Pränumeration ist 1 Rthlr. 
in Golde. Die Namen der Pranumeranten werden vorgedruckt, müssen aber vor Ablauf des 
Februars eingesandt werden. Hr. Hauptmann Mauvillon nimt allhier Pränumeration an. 
Die Exemplare werden postfrey hierher geliefert. 
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