Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1779)

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Vom zoten August 1779. 
■ Nachricht? 
Der Herr Professor Lichtenberg alhier, und Herr Prof. Förster in Cassel,-haben sich entschlossen 
unter gemeinschaftlicher Aufsicht eine neue periodische Schrift unter dem Titu!: Eötringisches 
Magazin der Wissenschaften und Litteratur mit dem Anfang des Jahrs 1780. in meinem 
Verlag herauszugeben. Bey einer so viel fassenden Aufschrift wird eS genug seyn kurz anzu- 
.zeigen, worauf sie sich vorzüglich einzulassen gedenken. Kenntniß der Natur sind des Menschen 
überhaupt, Physik, Naturhiftorre und Philosophie, Physiognomik für und wider, Geschichte, 
hauptsächlich gelehrte, Statistik, Nachrichten von den neuesten und wichtigsten Entdeckungen, 
alles so faßlich und so angenebm vorgetragen als es ihnen möglich, und wo es nöthig ist, mit 
Kupferstichen von den besten Meistern erläutert, werden ihr hauptsächlichstes Augenmerk seyn. 
" Wegbleiben wird hingegen sowohl von der einen Seite alles, was zur eigentlichen Theologis- 
Jurisprudenz und Medicin gehört, als von der andern, was dem Geschmack an müsslger Tan- 
' delev und litterarischem Partheygeist schmeichelt. Daß sie diesen Endzweck, wo nicht gleiche 
mit den ersten Stücken, doch gewiß im Ganzen erreichen werden, dafür sind ihnen die Ver 
bindungen, die sie mit hiesigen und auswärtigen sowohl als ausländischen Gelehrten getroffen 
haben, und der Schatz der hiesigen Bibliothek Bürge. Auch haben sie Hofnung, Aufsätze, 
welche an Mitglieder Königlicher Societät eingesandt werden, mit Bewilligung der Verfasser, 
durch ihr Journal gemeinnützig zu machen. 
Alle 2 Monate wird ein Stück von 10 Bogen auf feines Schreibpapier gedruckt, und in 
gefärbtes Papier geheftet ausgegeben, und von mir, so weit die Hannöverschen Posten gehen, 
als Hamburg, Stade, Bremen, Braunschweig, Leipzig- Cassel, franko geschickt werde«. 
Subscribiré« kan man in den vorzüglichsten Buchhandlungen und Postämtern von Deutschland« 
Das Stück wird 12 Ggr. kosten, die Zahlung kan in Louisd'or » 5 Rthlr., Ducaten Ü2Rthlr. 
so Ggr. auch in Conventions-Münze geschehen. , Göttingen, den i. Sept. 1779. 
Johann Christian Dieterich. 
N. S. Avertissements von heraus zu gebenden Werken wird man mit Vergnügen einen 
Platz auf dem Umschlag wie gewöhnlich einräumen. 
Gemeinnützige Sachen. 
HLey der sich in hiesigen Landen abermals geäußerten Ruhr hat man dasjenige, was bereits 
im vorigen Jahr sowohl zur Verwahrung als Heilung dieser Krankheit bekannt gemacht 
worden, auch jetzo zu empfehlen für nöthig erachtet. 
§. 1. 
Die Verhütung der Ruhr beruhet hauptsächlich darauf: baß man, besonders zu der Zeit; 
da, die Ruhr graßirt, 
1) die Erhitzung und Verkühlung sorgfältig zu vermeiden sucht. Den Arbeitsleuten ist 
daber sehr zu rathen, daß sie für das warmhalten insbesondere des Unterleibs und der Füße 
ernstlich besorgt sind, und sich nicht, nach ihrer hergebrachten Gewohnheit, auf die kalte Erde 
niederlegen und ausruhen, noch nach gethaner Arbeit, besonders deS Abends, im bloßen Hemde 
vom Felde nach Hause gehen, oder nach einer Erhitzung einen kalten Trunk thun. 
2) Ist die Mäßigkeit und Behutsamkeit im Essen und Trinken von größter.'Nothwendig 
keit, Alles Fleisch, Fleischbrühen, Speck, Eyer, Fett, viel Butter und Käse, saures und frisches 
Bier, und besonders viel Brandewein, sind zur Zeit einer Ruhr-Epidemie als allgemeine schäd 
liche Nahrungsmittel, weil sie die Fäulniß der Ruhrmaterie und des Bluts vermehren, sorgfältig 
zu vermeiden. Hingegen reifes Obst, Reis, Habergrütz, Wurzeln und andere leicht verdauliche 
Speisen zu empfehlen. Eine Hauptregel in der Diät bey ansteckenden Krankheiten ist: mäßig zu. 
essen und alle Ueberladung und verderbung des Magens sorgfältig zu vermeiden. 
Z) Da die größte Gefahr der Ansteckung von einer unreinen und verdorbenen Luft her 
rührt, so muß mau auf die Neinignng derselben sorgfältig bedacht seyn. Man lasset daher in den. 
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