Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1778)

Ankündigung einer neuen Übersetzung des Gübläs von Santillr.ne, welche anfPrä- 
numerarion in sechs Octavhanden nächste Ostern 1779 in meinem Verlage • 
herauskommen wird. 
Ausser dem Dorr Curlxotte und Tom Jones, müßt' ich kernen Roman, worin das Interesse ss 
warm wäre, die Unterhaltung so mannichfaltig, die Nestexionen wahrer und glücklicher einge 
streuet, worin jeder Stand des Lebens, vom Minister an bis zum Mantthiertrewerjungen herab 
treuer dargestellt wäre, jede Lächerlichkeit an selbigen schärfer gegeißelt und Wiz und Laune so 
fortströmend, wie im OilLlas ven le Sage. Em Roman, der zwar in Deutschland sehr be 
kannt ist, dennoch aber nur der kleinsten Hälfte des Publikums in sein er wahren Gestalt bekannt. 
Denn in der vor zehn Jahren zu Dresden herausgekommeiren Ueber,etzung ist — was für Po- 
faunens die Rlotzische Bibliothek bey ihrer Erscheinung auch davon gemacht hat, ( S. das gte 
Stück, des 2ten Bandes, Seite 125 — 127.) 7- le Sageizs Geist ganz aerödtet worden, ferne 
Laune völlig verwischt, jeder gute Emfall verwässert und gelähmt, jeder feine Ausdruck — ich 
weiß kein gelinder Wort — vertölpelt, die meisten Sprüchwörtcr, deren Anzahl nicht gering 
ist, sind entweder herzlich schielend, oder plattzu gedolmetscht, oder auch gar übersprungeu 
worden, und an Widersinnigkeiten, derben Schultnabenschnitxern, Paraphrasirungen, die 
der Genius unserer Sprache gar nrcht nöthig machte, und an Weglassungen von Stellen, dre 
der Zusammenhang unentbehrlich macht, fehlr's hier eben so wenia, als in der alten, unter 
dem Titel: Spanischer Robinson, betannten Hamburger Uebersttzung; von welchen allen 
man, falls cS erfordert wird, falls man mich zu weitgetnebcner und aus bloßen Interesse her- 
gefloßner Anschuldigungen zeihen sollte, die hinlänglichsten Belege zu geben im Stande ist. 
Sonach glaube ich, dem Publikum keinen unangenehmen Dienst zu erweisen, wenn ich hiermit 
eine neue Übersetzung dieses Romans ankündige, die mit äußerster Sorgfalt verfertigt werde» 
soll, und vs» einem Manne, dessn Liebling Gil Blas von /eher gewesen ist. Außer dem 
Leben des Verfassers und seinen sänultchek Schriften, wird selbiger'von verschiedenen einge 
webten Anekdoten damaliger Jett, und von einigen darin vorkommenden Karaktereu, die treue 
Kopien mancher, damals am Hofe sowohl, als in der Stadt existí renden Personen, die mög 
lichsten Aufschlüsse zu geben, bemühet seyn. Da ich die Kosten einer nenen Uebersetzrrng nicht 
scheue, werde ich vielwenigrr diejenigen scheuen, die das Aeußerliche dieses Werks"betreffen. 
Papier, Lettern und andere übrige Einrichtungen, sollen, das versichere ich, dem Auge Nerze 
geben, und, um diesen Roman portatif zu machen, werde ich ihn, statt ehemaliger 4 Theile, 
in 6 bringen. Auch soll jeder Theil mit einem Titelkupfer und einer Vignette von Hrn. Cho- 
-owieckj geziert seyn. Das ganze Werk wird in der Ostcrmesse 1779 unfehlbar erscheinen; 
es sey dann", daß der Uebersetzer durch Krankheit daran verhindert würde. Die Herren Prä- 
rrnmeranten haben vor andern zwey Vortheile: i.) erhalten ste das Exemplar um Z Rthlr. m 
Louis d'or á 5 Rthlr. und den Dukaten a 2 Rthlr. 2c> Gr. (Nach Verlauf der Pranumeratronö- 
zeit kostet es 4 Rthlr.) 2.) Bekommen sie die ersten Kupferabdrücke, die ich auf t>a§ beste 
Schweizerpapier abziehen lasse. Der Pränumerationstermrn geht bis Ausgang Decembers 
d. I. Die Namen der Herren Prännmeranten mit ihren Charakter» werden dem Werke vor 
gedruckt, jm Fall sie es nicht ausdrücklich verbitten. Berlin, den i. August 1778. 
Christian Friedrich Himburg, Buchhändler. 
Der Commissarius Barmeier in Cassel, erbietet sich allenfalls zu Annehmung der Pränumeration. 
Fremde und hiesige Personen, so vom 2yten Sept. bis den 6 ten Octob. 
in Cassel angekommen. 
Leipzig. Thor: D. 30. Sept. hiesi Hr. Oberst v. Hansteiu und Hr. Fähnr. v. Haustein, t. a. 
Franken. Eine Estafette von Witzen hausen, a. Ob. Postamt. Dan. Eammerherr Hr. Graf von 
Wedel,
	        

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