Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1778)

z6c> 22tes Stück. 
s6) 3t» der Behausung an d«r BrSderkirche Nr. 6 q 5- ist zu stattn: brr Englische Balsamut vita 
solaris Excellentisllmus , oder Herz - und Maaensiärkender Gold-Balsam, der sich wegen seiner 
Lugend bestens selbst recommeüdiret. Er^vertheilet die Flüsse des Haupts, stärket die Natur 
bis ins hohe Alter, conserviret vor dem Schlagfluß, hebet alle Magen - und Brustbeschwehrun 
gen, Engbrüstigkeiten, kurzen Othem, besonders wann man eine Zeitlang damit anhält, ver 
treibet die Säure im Magen, hilft in wenig Minuten beym Frauenzimmer in den heftigsten 
Mutterschmerzen; cs heilet dieser Balsam die heftigste Zahn - und Kopfschmerzen, man thut 
erliche Tropfen auf Baumwolle, so in den.hohlen Zahn gelegt wird, continuiret etlichemal)! 
damit, schnupfet ein wenig in die Nase, schmieret die Schläfe und Wirbel damit; in Catar- 
rhen und großen Husten thut solcher Wunder, indem er die Lunge stärket; allen Reisenden ist 
dieser Balsam sehr nützlich, wann man Morgens 20 Tropfen auf Zucker nrmt, so bewahret er 
für ansteckender Luft; besonders wird er den Hrn. Geistlichen rccvmmendirt, wann sie zu den Kran 
ken gehen, weil sie sich alsdenn keiner Krankheit zu besorgen; er hilft in der heftigsten Colic, wie auch 
in allen Ueblichkeftm, besonders welche vom schwachen Magen herkommen, da er jederzeit den 
Magen stärket; alle Wunden, als hauen, stechen, schießen, wie auch Lähmigkeit und Verren 
kungen, heilet diese edle Medicin, in allen Umstanden mmt man von diesem Balsam 20 Tropfen 
auf weissen Zucker; solté sich die Krankheit ober der Zufall nicht heben, so continuiret man eine 
Zeitlang Morgens um la, und Nachmittags um 4 Uhr, jedesmahl mit 20 Tropfen. Denen, so 
mit dem Podagra incomrnodiret, hilft er besonders, die Schmerzen zu stillen, indem man die 
Füße oder Hände, wo das Podagra sich befindet, damit schmieret: in allen Umständen hilft 
diese Medicin, die Gesundheit des Menschen zu erhalten und zu stärken. Dieser Balsam ist die 
größte Blutreinigung, wann man eine Zeitlang damit anhält, oder wenigstens die Woche 2, 
oder z mahl davon einnimt, dann er cvrri^irt die böse Säfte, und machet reines Geblüt, man 
nimt allzeit 20 Tropfen auf Zucker, in Blähungen und Verkalkung des Magens, wann man 
raue und harte Speisen gegessen, kann man solchen gar wohl brauchen, er stärket allezeit die 
Natur des Menschen, wann solche auch gänzlich verdorben ist, für Melancholie ist er sehr gut. 
Wann Fremde diesen Balsam verlangen, belieben sie nur an Hrn. Carl Christian Düuker, wohn 
haft an der Brüderkirche Nro. 695. den Brief zu addreßiren. Briefe nebst dem Geld was der 
Balsam kostet, nemlrch 8 Ggr. bittet man franco einzusenden, wogegen man prompte Antwort 
erhalten wird. 
S7) Nachdem in der über des hiesigen Rathsverwaudten Justus Möller Vermögen erkannten Con- 
rnrssache die Liquidation geschehen, und die Mafia formirt worden ist; so werden zu Beendi 
gung dieser Concurssache dessen sich gemeldete Creditores in nachfolgender Ordnung: 1) die 
Universität Marburg mit dem liquidirten Capital derer 750 Rthlr. 2) das Samt-Hospital 
Haina, 3) die Universität Marburg in Ansehung der liquidirten Caution, 4) der Schutzjude 
Calmen Heinemann in Niedenstein, 5) das hiesige Armen - Hospital, 6) der hohe teutsche Rit 
terorden, 7) die Handlungs-Compagnie zu Carlshaven, 8) die Geisische Erben, 9) der Pfarrer 
Dilcher zu Odervorschütz, 10) des Kaufmann Christoph Roben Erben dahier, n) der Kauf 
mann Parson zu Elberfeld, 12) der Kaufmann Pugge zu Cassel, 13) der Riesische Verwalter 
Pforr zum Mittelhof, 14) der hiesige Bürger Wilhelm Weynand, iz) der Kaufmann Carl 
Rohde zu Homberg, und 16) der hiesige Jude Wolff Mausbach, vorstehendermaßen hiermit 
eventualiter und mit dem Bedeuten cvllociret, daß wenn sie gegen ermeldte Eventuale Colloca- 
tion mit Bestands etwas einzuwenden gedenken, zu dessen ordnungsmäßigen Ausführung in 
Termino Freytag den isten Iunii c. a. vor hiesigem Stadtgericht Morgens 8 Uhr, selbst oder 
durch Gevollmüchtigte erscheinen, in dessen Entstehung aber gewärtigen mögen, daß nach vor- 
gemeldter Ordnung der förmliche Collocationö-Bescheid ertheilt, und publicirt werden soll. Gu- 
densberg den izten May 1778. Bürgermeister und Ixatl) daselbst. 
28) Ciñe ledige Person Adel. Standes, weichern allen weiblichen sowohl Putz-als häuslichen 
Arbeit geschickt und wohlerfahren ist, wünscht sehr bey Adel, oder andere vornehme Herrschaft 
- P* - ... . . ' in
	        

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