Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1776)

Vom Stcn April 1776. 449 
Morgens, die Ankunft aber Montags gegen Abend, Donnerstags und Sonnabends Vormittag 
in Frankfurt!) und allhier Mittwochs , Freytags und Sontags Vormittags geschiehet. So ha» 
man dieses und daß sothaner wöchentlich dreymalige Post-Cours zwischen hiesiger Haupt- und 
Residenz-Stadt und Frankfurt!) am Mayn in allenthalbiger Verknüpfung mit dem Hambnrg- 
und Hannoverischen auch Bremer, iiem Berliner, Leipziger und andern Posten, bis zukünfti 
gen Herbst und auf anderweite Bekanntmachung contlnuiren werde, dem Publico zur diensamen 
Nachricht hierdurch in Erinnerung bringen wollen, Cassel den 2zten Merz 1776. 
Aus Hochfürstl. Ober - Postamt alhicr. 
z) Nachdem Serenissimus gnädigst refolviret haben, daß die auf hiesiger Oberncuftadt noch befind 
liche ledige Bau-Plätze bebauet werden sollen; so wird solches hierdurch bekannt gemacht, und 
haben sich diejenige, welche ein oder den andern Platz zu bebauen willens sind, mittelst Einge 
bung derer Risse bey Fürst!. Kriegs- und Domainen-Cammer zu melden, und wegen derer Dou 
ceur-Gelder das weitere zu gewärtigem Cassel den 14. März 1776. 
Gelehrte Sachen. 
Von dem Hr. D. und Prof. Theol. Ioh. Daniel Müller zu Rinteln sind Ueberzeugungen des 
gemeinen Menschen - und Bibelverstandes von dem Dreieinigen Gorr, zum Gebrauch akade 
mischer Vorlesung in 8vo kürzlich herausgegeben worden.. 
Bücher so zu verkaufen. 
1) Sölten von der Winkelmannischen Hessischen Lhronick ganz vollständige Exemplaria, oder 
auch der sechste Theil davon besonders, gesucht werde«, so kann solche die Waisenhaus-Vuch- 
druckerey anweisen. 
2) In der Waisenhaus-Buchdruckerey ist zu haben: 1) Catéchisme de l’Homme Social, en deux 
Parties; par M. 1 ’Abbe' Duval-Pyrau. 8- Francfort fur le Main 1776. für 26 Alb. 8 hlr. 2) Le 
Memorial d’un Mondain; par Mr. le Comte Max, Lamberg. 8. au Cap Corse 1774. für Ig Alb. 
4 hlr. 3) Geschichte des Eimveihungsfesieö des Philantropins zu Marschlins, groß 8 . Frft. 
1776. für 4 Alb. 8 hlr. 
Gemeinnützige Sachen: 
Fortsetzung von den deutschen Aufschriften «iif deutsche» Briefen. 
(s. lotee Stück) 
Wenn also nichts desto weniger der Gebrauch französischer Aufschriften sich dennoch bis auf 
den heutigen Tag bey uns erhalten hat; so ist es nur ein neuer Beweis, daß Gebrauche, die ein 
mal aus einem gewissen Grunde entstanden sind, oft immerwährend ihren Fortgang behalten, 
wenn gleich jener Grund längst aufgehöret oder eine gänzliche Veränderung erlitten hat. 
Doch hier tritt noch ein Grund ein, der bisher die meisten bewogen haben mag, der verän 
derten ersten Veranlassung ungeachtet doch lieber Französische als Teutsche Aufschriften zumachen. 
Denn wie man diese in den Teutschen Canzleyen bisher eingeführt hatte, waren sie so weitläuftig, 
so gezwungen, so vielen Schwierigkeiten unterworfen, und doch der Hauptabsicht so wenig ent 
sprechend, daß es gar nicht zu bewundern ist, wenn vor solchen die Französischen Aufschriften 
«och immer den Vorzug behielten. 
Nach der Teutschen Canzleyform muß ich demjenigen, an den ich schreibe, in der Aufschrift 
«den den vollständigen Gebnrts-und Ehrentitel geben, womitich ihn inwendig anrede. Schreibe 
îch z. E. in dem Briefe: Hochwoylgebohrner Herr, Hochgeehrtester Herr Oberster! so müssen alle 
diese Titulatur-Ingredienzien auch auf der Aufschrift erscheinen. Und. dann ist es nicht etwa ge- 
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