Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1774)

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Zytcs Stück. 
Z) Der längliche Taschen Talendcr in i2wo, welchem gleichfals der Jüdische Calcnber und 
auch die benachbarten Jahrmärkte und Messen beigefüget, auch ohne den - und dieselben als Schreib- 
Taschen - Testender zu haben ist, das St. roh für i Alb. 6 Hlr.; gebunden und mit Papier 
durchschossen für Z Alb. und das lZte St. gratis. 
Sodann sind von dem bereits bekannten, und für Kinder von Z bis 6 Jahren sehr brauch 
baren Ixinder-Lalendcr noch einige wenige Exemplarien verhanden, und für den Preis um 4 Alb. 
zu bekommen. 
Gemeinnützige Sachen: 
Eigenschaften eines guten Wirths und Hausherrn. 
S. des Hrn. H. G. v. D. Schles. Landwirthschaft, i Th. S. 21 ♦ 
1. Sey ein gerechter Mann, das heisset: Bediene dich der mit Güte vermengten Scharfe. Zeige 
zuerst, daß du nachsehen kannst, Fehler und Schwachheiten den Menschen zu gute halten; er 
innere ein auch zweymal. Stelle vor, was recht oder unrecht ist, und was du haben willst. 
Endlich strafe mäßig; ist die Bosl>eit gros, und es folgt keine Besserung, so strafe härter; 
hilft aber alles nicht, so denke ans Aenderung, und suche'bessere Menschen, wozu du sie brau 
chen willst. 
2. Gieb jedem, was ihm gebührt, und entziehe niemanden, was er billig und recht verdient hat; 
sey nicht niederträchtig, geizig: denn zu viel bey der Wirthschaft, und zu unrechter Zeit erspa 
ren, ist schädlich und solcher Gewinn schändlich. 
3. Sev ein fleißiger M ann, das heisset: thue alles zur rechten Zeit und in gehöriger Ordnung. 
Schiebe aus Faulheit nicht auf, was du bald thun kannst — Stehe früh auf, nach dem be 
kannten Sprüchwort: Morgeustund bat Gold im Mund. Bey der Wirthschaft ist alles an der 
Zeit gelegen; denn Faulheit ist der guten Wirthschaft höchst zuwider und schädlich. 
4. Laß dich nicht die Leidenschaften dahin reisten, und liebe auch die Wirthschaftsgeschäfte 
eines vor dem andern nicht übermäßig, sondern halte i» allem ein Gleichgewicht, damit du nicht, 
wenn du zu schöne Pferde haben willst, etwa magere Kühe und Ochsen bekommst; wenn du zu 
ein starker Jäger bist, und zu gute Hunde, vielleicht sehr schlechte Schafe hast, weil du im Win 
ter niemalen in den Schafstall kommst. Kurz thue in einer Sache nicht zu viel, in der andern 
nicht zu wenig. 
5. Befleißige dich vorzüglich der Liebe und der Sanftmuch gegen alle deine Untergebenen, doch 
laß dir auch jedermann die gehörige Ehrfurcht bezeigen. Schmähe und schelte'so wenig als 
möglich. Trau, schau, wem. Sey nicht zu miotrauisch, aber auch nicht zu leichtgläubig. 
6. Sey demnach überhaupt ein tugendhafter, vernünftiger honet'Komme, wie man zu reden 
pflegt, und denke: was du nicht willst, das dir geschehen soll, das thue auch niemand. 
Avancement und Veränderung beym NAlltair-Emt. 
I) Larabinicr-Lorps rE Hierbey ist der Hr. Oberste von Bischhausen von der Garde du Corps 
als Commandeur gnädigst placiret, und bat zugleich die Leib-Compagnie erhalten. Der Herr 
Rittmeister von Lepcl von der Garde du Corps, ist ebenfalö dabey transferirá, und Ihme zu 
gleich die zweyte Compagnie conferirá worden. Ferner sind der Hr. Capitaine von Stein 
die Hrn. Lieutenants Buch und Davidis vom hoch'.öbl. Schlothcimischen Dragoner-Regimen/ 
fodenn der Hr.Fähndrich von Berglasen^vom hochlöbl.Donopischen Regmt. dabey nach ihrer An- 
ciennete transferiret, zum Regiments-Feldscherer aber ist der bisher im bochlöbl. Wolffischen 
Dragoner - Regmt. gestandene Compagnie-Feldscherer Morgenthal, gnädigst ernennt worden. 
2) Schirr-
	        

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