Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1774)

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Vom 2ton May 1774. 
2) Nachdeck das allhiesige Pantratien -Pftrdemarkt dm i7ten May 3.0. feinen abermaligen Fort 
gang haben, anbey auch zu mehrerer Bequemlichkeit derer Pferdehändler die dishero gehabte 
ZoUfreyheit von dem verkauft werdenden Vieh fernerhin conlinuircn soll; als wird solches allen 
Pferdehändlern und Juden, so sich solchen Markts zu bedienen gesonnen sind, hierdlwch mit der 
Versicherung bekannt gemacht, daß sie dabey allen guten Willen, Zollfreyheit und sonstige Be 
förderung , sowohl all hier als auch im Her-und Zurückwcg, in fernern zn geniesten haben sol 
len. Lassest den zoten Marz 1774. Aus 8. Kriegs u. Lpmainen-Lüinmor das. 
Steckbrief. 
Der dahier anctirt gewesene David Rübenkönig so sich elMiahlm für einen Preusischen Deserteur 
Nahmens JustnS Ebert ausgegeben, etliche 30 Jahr alt, mitler Statur, schwärzliche« Angesichts 
und schwarze mittelmäsig lange Haare in einen Zopf tragend, ist heute Nacht vermiuelst ge 
waltsamer Erbrechung eines au der Gcfangnisthür befindlici-cn kleinen Tbürgcns, wodurch de 
nen Arrestanten das'Brod und Wasser gereicht wurde, mit Zurücklassung seiner sämtlichan 
Kleidungsstücke,welche ihn durch das kleine lechzn kriechen verhindert hätten,entsprungen, Nach- 
dem nun dem Publico viel daran gelegen ist, dast dieser gefährliche Mensch wieder zu lüften ge 
bracht werde; so werden jeden Orts Obrigkeit lud oblatione reciproci geziemend ersucht, auf 
denselben ein wachsames Auge zuhaben, ihn im Betretungsfall zu arretiren und an hiesiges 
Amt gegen Erstattung derer Kosten ausliefern zn lassen. Treysa den 2gtcn April! 177g. 
8. Amt daselbst, BieLamp. 
Gemeinnützige Sachen: 
Die Hochfürstl. Hessen - Casselsche neue Gesellschaft des Ltckcrbaucs und der nützlichen 
Künste wird ihre Meynung über die fürs Jahb 1772. eingelaufene Preis-Schriften 
nächstens bekanntmachen und für jetztlaufendes Jahr 1774 folgende Preise 
nach Maasgabe ihrer neuen Einrichtung vertheilen. 
I. Für den Ackerbau. 
Erster preis. 
Da besonders nach dein letzten Kriege das mchrsie Schaaf-Dieh in hiesigen Landen aus 
wärts gekauft wird, die Gesellschaft aber sich überzeugt hält, daß dadurch ansehnliche Summen 
ausser Landes gehen, welche darin behalten werden könnten; so setzet sie einen Preis von zehn 
Pistolen für diejenige Schäferei aus, welche in diesem Jahr in Verhältnis zu ihrer Heerde die 
mehrsten Lämmer angezogen haben wird. 
Die Absicht dieses Preises ist die Beförderung des zur Lämmerzucht erforderlicher Fleisses. 
Da sich dieser bey einer kleinen Heerde eben so thätig als bey einer grössern beweisen kan; so sind 
erstlich Nachrichten und darauf Bescheinigungen, von denen weiter unten beyzubringen, wie stark 
die Heerde und die beybehaltene diesjährige Lämmer-Zahl ist, damit das Verhältnis des Fleisses 
bestimmet werden könne. Bestehet letztere die Lämmerzahl z. E. bey einer Heerde von 100 Stück 
Schaafen ans 30 Stücken, bey einer grössern von 1000 aber aus 2Z2 Stücken, so wird der Preis 
der kleinern Schaferey znerkant. 
Zweyter preis. 
Zehnt Pistolen werden demjenigen Landmann, er sey Eigenthümer, Pächter oder Beamter 
bestimmt, welcher in Verhältniß zu seiner Saat-Länderey die größte Morgenzahl Efparcctte, 
Lneerne und dergleichen nützliche Futter-Kräuter ausgesäet und bestellet hat; 
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