Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1774)

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Vom 
25fcn April 
1774. 
K >9 % 
Gemein- 
4) 7>es ehedem zu Sand, nachhero hier zu Spangenderg und zuletzt in Milsungen als Iu- 
denschulmeister gestandenen auch daselbst verstorbenen Juden Heynemann Abraham, ,cin alte- 
ster Sobu Abraham Heynemann ryngesehr 24 Jahr alt, mittler Statur, dichtn Blattctluubich- 
ten Gesichtes, ganz krauser schwarzbrauner Haare, und eine scbrstamlende Sprache führend, in 
einen dunkelblaue» Nock und Eamisohl nebst ledernen Hosen und werssen Strümpfen gekleidet, 
hat in hiesiger Stadt und Amt verschiedene Unterthanen überredet, ob seyen in ihren hmdis an- 
selmijche Schatze vergraben und daß er der Mann sey, welcher die Wissenschaft besitze, solche 
berfürzubrinqen und zu erheben, gleichwohlcn aber dieses ohne e,ne gewisse Summe Geldes vom 
Eigenthümer des funai dazu zu emploiren, nicht bewnrken könne, wogegen er indessen dilrch er- 
nen doppelten Versatz an Geld, nöthige Sicherheit stelle; dieser Erzbetrnger giebt denen Unter 
thanen statt Gvldeo Zahlpfennige bey der Nacht, und hat deren 12 Stück unter so eben erwehn- 
tem Vorwand statt Lo Rtblr. an den Einwohner Johannes Pfaffcnbach zu Bischofferode ausge 
geben, sich aber nunmehro auf flüchtigen Fuß gesetzt. Man hat derohalben das Publicum vor 
dieser Vetrügercy nicht nur hierdurch warnen, sondern auch jeden Orts Obrigkeit von Amtswe- 
gen in subsidium juris &. siid oblatione rcciproci requiriren wollen, in deren Amtsbezirk stuf ge 
dachten betrügerischen Inden genau invigilircn zn lassen, denselben im Betretungsfall zil arreti- 
ren und hiesigem Amt gefällige Nachricht davon zu ertheilen, gestalten nicht nur einer von sei- 
neit Consorten bereits alhier gefänglich eingezogen, sondern auch die 12 St. Zahlpfennige statt 
Louisd'or Hieselbst verwahret sind. Spangenberg im Nieder-Fürstcnthum Hessen, denkten 
März 1774. 8ürstl. Hcßl. Amt hieselbst. 
5) Nachdem das allhiesige Pancratien-Pferdemarkt den i7ten May a.c. seinen abermaligen Fort 
gang haben, anbey auch zu mehrerer Bequemlichkeit derer Pferdehändler die bishero gehabte 
Zollfreyheit von dein verkauft werdenden Vieh fernerhin conlinuiren soll; als wird solches allen 
Pferdehändlern und Juden, so sich solchen Markts zu bedienen gesonnen sind, hierdurch mit der 
Versicherung bekannt gemacht, daß sic dabey allen guten Willen, Zollfreyheit und sonstige Be 
förderung, sowohl allhier als auch im Her-und Zuruckweg, in fernern zu genießen haben sol 
len. Cassell den zoten März 1774. Aus 8. H. Kriegs u. Domainen-Lamrner das. 
Bücher so zu verkaufen. 
0 In ber hiesigen Waisenhaus-Vuchdruckerey hat des Herrn Johann Ludwig permanili, der 
Arzneygel. Doctors, wie auch Stadt- und Amrs-Physici zu Homberg in Hessen, Abhand 
lung und gegründete Wahrnehmungen von der Miebel-Krankheit, so in Niederließen vom 
Jahr 1771. bis zu Ende des Heumonats 1772. epidemisch graßirt hat; zum Beytrag einer 
vollständiger« Geschichte von dieser Epidemie, die Presse verlassen, und ist daselbst das Exem 
plar für 4 Ggr. zu haben. 
2) In der Witwe Lüdeckin Druckcrey ist gedruckt und zu haben, Reden bey Gelegenheit der Taufe 
zweyer Mohren Chan und Avance in der hiesigen Hof- Kirche am Sontag Palmarum den 27ten 
März 1774. von den beyden Herrn Hofpredigern gehalten, 2z Bogen in 8. für 2 Ggr. 
Zur Nachricht. 
I .. Herrn Landgrafen Hochfürstl. Durchlaucht haben den sämtlichen prosesioribus deS Col- 
ftgu Carolini, ohne Ausnahme den Rang der Professorum Philosophiae auf den beyden Heßlscheu 
»unversitaten, gnädigst zu ertheilen geruhet.
	        

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