Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1774)

LZ2 i4teó Stück. 
Frage eröffnet: ob es der Gelehrsamkeit schädlich sey, daß sich die deutschen Gelehrten in ihren 
Schriften jetzt häufiger der deutschen, als der lateinischen Sprache bedienen? 
S) Der Herr Superint. und Prof. Theol. D. Gottfr. Schwarz zu Rinteln hat eine Anzeige 
von des Grafen Wolfg. de Hethlen historia Hungar. vacie, libr. XVI. als einem nach dem ge- 
drnckten ersten und ungedeckten andern T heil zum Verlag ganz ausgefertigt liegenden Werke, 
drucken lassen. 
Bücher so zu verkaufen. 
I) Es hat jemand die'große Tübingische Bibel wie auch das Corpus Juris in 2 Folio Bauden cum 
notis Gothofredi de ao. 1587. aus der Hand zu verkaufen, und können selbige Bücher beym Hrn. 
Steuer-Scribeirt Bramber in der Müllergasse eingesehen werden. 
Gemeinnützige Sachen: 
Fmierc Nachricht vvn der Dickwurzcl. 
In den Regenspurger gel. Nachrichten vom Jahr 1759 finden wir einen Artickel, der eben 
dieses nehmliche Gewächs betrift und den wir hier einrücken wollen: 
Die Engelland. Verfasser derer neueren Wirthschafts-Bücher und Nachrichten reden viel 
von einer daselbst beliebten Rübe, die sie »licht anders als mit dem Nahmen Turnips (welcher 
schlechtweg eine Rübe bedeutet) zu nennen pflegen. Die Uebersetzer dieser Bücher, so wohl in das 
Teutsche als Französische behalten diesen Nahmen ohn übersetzt bey, und wissen nicht, daß diese 
Rübe schon in Teutschlaud bekannt, gebauer, und mit einem Geschlechtsnamen belegt seye. Wir 
glauben daher, daß wir denen Teutschen Liebhabern der Wirthschaft, denen entweder diese so 
genannte Turnips nicht bekannt sind, oder wenigstens nicht wissen, was die Engelländer unter 
der Benennung Turnips versiehe», einen Dienst thun werden, daß »vir ihnen desfalls eine Aus 
kunft geben. 
__ Die Engländer verstehen unter dem Nahmen der Turnips nicht anders, als eine in der Un 
ter-Pfalz, dem Odewald und dem Würzburgischen Röhngebürge, unter dem Nahmen Runkel, 
«Iso bekannte Rübe. An dern Rhein findet man die ncmliche Rübe auch, unter dem Nahmen 
Raunschen. Unserm Vermuthen nach ist diese Rübe vornemlich in der Pfalz durch die emsigen 
Wiedertäufer in denen Rottländern am ersten in Teutschland angebauet worden, von dannen sie, 
ihres Nutzens halber, weiter in angränzcnden Landen gcflanzt und bekannt worden. 
Denjenigen zn Liebe, die von diesem Gewächs noch gar keine Känntniß haben, wollen wir 
ihre Gestalt, Anbau und Nutzen in kurzer Beschreibung kenntlich machen. 
Diese Runkel-Rübe siehet einer Rothen Rübe fast ganz gleich, so wohl in den Blättern 
als der Wurzel. Man kan solches auch daraus schließen, daß deren Blatter eine Aenlichkeit mit 
dem Speise- oder Römischen Kohl oder Mangold haben. Die Wurzel aber, ob sie schon äusserlich 
ganz roth ist, so ist sie innerlich weiß, und nur mit einem rothen Striemen durchzogen. 
Diese Rübe wird wie das weisse Kraut (Kappus) und um gleiche Zeit gesaet, in gleicher 
Distanz gepflanzet und gepfleget. Doch haben wir aus eigener Erfahrung, daß die Wurzeln 
oder Rüben viel länger werden, wann sie an dem Ort stehen bleiben, wo sie anfänglich hingesäct 
worden. 
' ' ' '' Die
	        

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