Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1774)

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hundert und drevßig Rthkr., ohne Haus und Hofader aufneunzig, hundert, hundert und zehen 
Rtblr. von selbst bestimme; Wobey daun, um jederzeit eine runde Zahl zu haben, ein halber 
Albus für einen ganzen, was aber unter einen halben Albus gebet, für gar nichts zu rechnen 
iik. Und ist übrigens Unsere ausdrückliche gnädigste Intention, daß dieses Abfiudungs- Quan 
tum nicht einem jeden der Mit-Interessenten ganz, sondern allen zusammen, mithin einem jeden 
nur sein Antheil davon auszuzählen sey, keine Nebcnabgifreu aber, als Ausstattung, Braut- 
wagen, Aufdinge - Lehrgelder, und wie es sonst Namen haben mag, anders, als daß cs dem 
Empfänger von seinem Antheil des AbftuduugS - Quanti abgezogen werde, verstattet seyn 
sollen. 
§. 3. Wann ferner Schulden, worunter auch die Materna uni) Illata gehören, auf einem 
solchen Gute haften; So sind dieselbe von dem Abfindungs-Quanto zuvor abzuziehen, und ist 
nur das Residuum zum Abstand herauszugeben. In dem Fall aber, wann das Abfindungs- 
Qtrantum durch die Schulden absorbiret, oder überstiegen wäre, soll derjenige, welcher das 
Gut annimmt, gar nichts herauszahlen, sondern dre unmündigen Geschwister oder Interessen 
ten haben sich damit zu begnügen, daß sie bey ein Handwerk oder in Dienste, und soweit o'on- 
entgeltlich von dem Gutsbesitzer gebracht werden, daß sie ihr Brod selbst verdienen können. 
Und hiernach .*> 
§. 4. Verstehet sich von selbst, daß es bey halben, Viertels, oder noch geringern Gütern, 
nach Proportion eben so zu halten ist. 
tz. 5. Sollen diejenigen Gebäude, welche etwa noch zu einem andern als bäuerlichen Behüte, 
E. zu Herbergierungen, eingerichtet sind, besonders angeschlagen, das Gut aber, als ob kein 
Haus noch Hof dahey sey, in einem solchen Falle bewachtet, und das Abfiudungs.Quantum 
»orstehendermaßen darnach reguliert werden. Dahingegen ist 
§. 6. Das bey einem Gute befindliche Zugvieh nebsr Schiff und Geschirr niemals in Anschlag 
zu bringen, sondern demjenigen, welcher das Gut annimmt, jederzeit unentgeltlich zu lassen. 
§. 7. Desgleichen, wann Äeltern ihren abzufindenden Kindern neben dem Abfindungö-Quan- 
to noch etwas au daarem Gelde, Capitalien, desgleichen an einzelnen außerdem geschlossenen 
Gute besitzenden Erbäckern oder Erbwiesen, oderauch an Schafen und anderm Dieb, welches 
zur Zucht oder zum Verkaufgehalten wird, etwa zuwenden, oder diese Kinder darauf Anspruch 
machen wollten; So soll solches von keiner Kraft und Verbindlichkeit, auch nicht erlaubt noch 
zu verstatten seyn, als nur in so weit aus einem Attestat von Greben und Vorstehern, dem 
Hypothequen-Protocoll, oder sonst erweislich dargethan werden könnte, daß keine Schulden vor 
handen, oder dieselben doch noch aus dem übrigen, esclusive beS Guts, Hauses und Hofes, 
Zugviehes, Schiffs und Geschirres, dem Anerben bleibendem Vermögen zu tilgen sind. 
§. 8. Was hiernächst die Zahlungsfristen des Adfindungs-Quanti anlangt; So soll der Guts 
besitzer dem abzufindenden Mit-Jnteressenten, sobald dieser sich zu etabliren gedenkt, ein Drittheil 
gleich baar, und die übrigen zwey Drittheil in den beyden folgenden Jahren ohnfthlbar abtragen. 
§. y. Es soll ferner der gedachte Anerbe des Guts seine minderjährige Mit-Jnteressenten bis 
naä) zurückgelegtem l8ten Jahre unentgeltlich auf dem Gute erzieben und erhalten. Waunaber 
bieft Personen früher abgehen wollen, und zu ihrem künftigen Nahrungsstande, z. E. zu Er 
lernung eines Handwerks auf Abschlag ihres Abfiudungs-Quanti etwas Geld nöthig hätten, 
ihnen oder vielmehr ihren Vormündern solches auszahlen. Eben so soll auch 
H. 10. Der Anerbe schuldig seyn, wann eines oder das andere der Mit-Jnteressenten kränklich 
oder schwächlich wäre, und sein Brod nicht wohl anderwärts verdienen könnte, solches lebens 
lang zu ernähren, dagegen aber auch dessen Beyhülfe in der Arbeit nach Beschaffenheit seines 
Zunandes zu pratendireu, und dessen Abfindungs-Quantum zu lucriren haben. Wannaberder 
kranke oder schwächliche Interessent besser fände, das Gut zu verlassen, nach seinem Abfiudungs- 
Quanto zugreifen, und sich anderwärts dafür unterzudringen; So stehet ihm solches zwar
	        

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