Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1772)

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den komt, trenn sclbigeS auch gleich zu wiederholten malen begangen worden, von aller damit 
verknüpften Leibes strafe gaytzlich befreyt seyn und bleiben sollen;' Dahingegen solche allen de 
nen, welche die ihnen aujetzo nochmalen angcbottene Gnade muthwillig auser Acht lassen, und 
dnrch ferneres Zurückbleiben boshafter Weise verscherzen, ausdrücklich nnd so gewiß hiermit vor 
behalten bleibt, als gewiß selbige an ihnen bey ihrer Betretung mit der aUerempfindlichstcn und 
ihrer beharrlichen Ehr- nnd Pflichtvergessenhit gemasen Schärfe über kurz oder lang vollstrecket 
werden wird. Wie dann auch diejenigen Deserteure, welche durch langwierige anberwärtige 
Dienste schon also ihre Leibeskräfte verzehret und zu solchen Jahren gekommen, daß sie bey ihrer 
Zurückkuuft zu ferneren hiesigen Kriegesdiensten gar nicht mehr zu gebrauchen, vielmehr nachdem 
sie die ihnen vorhin anerbvttene Gnade gantzlich auser Achtung gesetzet, sodann lediglich durch ihren 
Aufenthalt Unsern Landen und Unterthanen zur Last und Beschwerde gereichen, gar uicht unter 
diesem Generalpardon begriffen sind, sondern gegen selbige nach der vorstehendermasen angedro 
heten Strenge verfahren werden soll. Unser Kriegs-Collegium hat demnach diesen vorstehenden 
abermahligen Generalpardon nicht nurbey dem gesamten Corps, und überall im Lande, besonders 
in Unsern Festungen nnd Garnisonen, sondern auch durch die öffentlichen Zeitungen auswärts be- 
kant zu machet,, damit er soweit thunlich zu jedermans Wissenschaft gelange. Ührkundlich dessen 
haben Wir denselben nicht nur eigenhändig unterzeichnet, sondern auch Unser Fürstliches Siegel 
deydryckcu lassen. So geschehen Weisenstein, den 2Zteu September 1772. 
L^>bzwar in dem Regierungs-Ausschreiben vom Zten May 1772. alle fremde sowohl Gelb- als 
Waaren-Lotterien von solchen Orten, wo die gnädigst garantirte hiesige Annen- Waysen- 
und Findclhaus-Lotterie nicht gestattet wird, insbesondere aber auch diejenigen Lotterien ohne 
Ausnahme bey willkükrlicher Strafe gäntzlich untersagt worden, welche zum offenbahren Nach 
theil der Interessenten so eingerichtet sind, daß entweder der Betrag der Einlagen nicht völlig be 
rechnet, nnd dadurch oder auch durch besondere Zusätze, Ncbenemlagen und sonsten, es sey un 
ter welchem Nahmen und auf was Art es immer wolle, ein mehr eres als die bey aufrichtigen 
Lotterien gewöhnlich 10. Pro Cent ab- und eingezogen wird; So ist jedennoch aus der bisheri 
gen Erfahrung miöfällig zu vernehmen gewesen, daß verschiedene dergleichen auswärtige und in 
hiesigen Landen verbMene sowohl Zahlen- als Classen-Lotterien sich successive wiederum einge 
schlichen haben, und mit deren Debit ein gemeinschädlicher Misbrauch getrieben wird. Gleich 
wie nun Serenissimi nostri Hochfür stl. Durchlaucht nur folgende fremde Lotterien, als 
1) Die Chur-Hannöverische, und Hanauische Classen-Lotterie, 
2) Herzoglich-Braunschweigische Classen- und Zahlen Lotterie, 
3) Chur - Maynzische > 
4) Chur-Trierische 
5) Herzoglich - Sachsen - Gothaische < 
Friedrich L. z. Hessen. 
yt, Bose. 
Fürst!. RcIierunIs - Ausschreiben, 
wegen der zugelassenen auswärtigen Lotterien. 
Unsern re. 
6) Die Margräflich - Anspachische 
7) Die Fürstlich-Nassau -Saarbrück-Ustngische, und 
t) Reichsstadt-Colluische
	        

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