Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1767)

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fertigen laßen, auch dem Befinden nach von denen, welche zur Zeit der Pflegbefohlnen 
Erblasser sich im Hause befunden, eidlich bestärken, die Rechnungen selbst aber genau 
durchgehen, behörig moniren, und darinnen keine unnöthiqe Kosten in Ausgabe paßiren 
ru laßen. Dahingegen ist, wann es nicht Unvermögende betrifft, als in welchem Falle, 
so wie überhaupt, ein jeder sich seiner christltchen Schuldigkeit bey Vormundschaften be 
scheiden wird, bey dem Schluß eines jeden Jahrs dem Vormund ex officio nach Propor« 
tbn der Einnahme und der gehabten Mühewaltung loco honorarii ein gewisses, so jedoch 
nicht über vier pro Cent seyn darf, zu vergüten. 
X. Gleichwie es nun, was die Abhörungsg bühren bey den Untergerichteu betrifft, dieß- 
falls bey der Sportulordnung sein Bewenden behält; Also bleibt es hingegen nachWicht- 
und Weiliäustigkeit der Rechnung jedesmal zur Oererminarion Unserer nachgesezten Regie 
rungen ausgestellt, was für die Abhörung gut zuthun sey, damit der Rechnungs'Com- 
missacius im Stande seyn iüöge, einen tüchtigen rechnungsoerständigen Calculatorem, oh 
ne sich an die dazu nicht durchgängig geschickte, auch durch andere Arbeit öfters distrahirte 
Scribenten zu binden, annehmen und für seine Mühe dMigmaßig bezahlen zu können. 
XI. Damit auch Unsere Absicht und höchste Intention desto d-ssr err ichtt werde; so 
haben die Beamten samt Bürgermeister und Rath in den Städten, wie auch die adeliche 
Justitiarki jährlich ein pflichtmäßiges von den Predigern jeden Orts und Dorfschule oahin: 
daß sich sonst keine unbevormundtte Personen allda fanden, mit zu atrestirendes Verzeich 
niß aller-und jeder Pflegbesohlenen ihres Gerichtszwangs mit Benennung der Vormün 
der , und ob diese ihre Rechnungen abgelegt, an Unsere n rchgesezte Regierungen emzuschi- 
cken, diese aber hinwiederum dergleichen Designationes in Ansehung der unmittelbar un 
ter der Regierung stehenden Pupillen ebenfalls einzugeben. Nicht weniger wird 
XII. Unseren officiis Fisci jeden Orts hiemit ausgegeben, auf die genaueste Befolgung 
alles dessen, was vorstehendermaaßen in Ansehung der Vormundschaften verordnet ist, 
sowohl tu den Städten als auf dem Lande fleißig Acht zu haben, auch des Endes, so oft 
sie es nöthig finden, besonders bey den Land-Visttatiomn sich d!e §. 2. 4 und i r. vorge- 
fchrie' eneProtocoNemReglfter und Verzeichnisse zur Einsicht vorlegen zu laßen, mithin bey 
darunter wahrnehmenden Gebrechen davon behörigen Orts die ungesäumte pflichtmäßige 
Anzeige zu thun. 
XIII. Dieweil auch in hiesigen Landen sich allerley Stiftungen für Studierende und zu 
andern milden Sachen finden, welche außer denen, so Wir selbst vergeben, theils Unsere 
Regierungen und Consistoria theils Bürgermeister und Rath in den Städten, theils auch 
gewiste Familien aus denen auf sie vererbten Gütern entweder an L me aus der Familie 
oder an fremde Studirende oder auch an gewisse Arme zu confemen haben, dergleichen 
Stiftungen aber, wann sie zumalen durch keine Kirchenkasten- Stadtcämmerey- oder an 
dere alljährlich abzuhörende Rechnungen kaufen, öfters mit der Zeit in Vergessenheit und 
Abgang gerathen; So soll Unsere Regi^runa zu Cussel auch hierüber ein besonderes Stif- 
rungsregister halten, und aus den von denen-Regierungen und Lonsistorlis zu Marburg
	        

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