Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1767)

I ^ösicht gehet dahin, jungen Leuten, sie mögen sich dem Studiren gewidmet har 
+W\ hen oder nicht, die unentbehrliche, höchstnühliche und einem vernünftigen Menschen 
zur Würde gereichende Kentniße der im gemeinen Leben so nothwendigen mathematischen, 
, physikalischen und mit diesen vergesellschafteten Wahrheiten beyzubringen, und zu einem 
! mannigfaltigen Gebrauche derselben Anführung zu geben. Zu diesem Zwecke habe ich das 
von der so ruhmwürdigcn Real-Schule in Berlin herausgegebene Buch, welches den Ti- 
tel führet: 
Lehe-Buch, darin« ein kurzgefaßter Unterricht aus verschiedenen philoso 
phischen und mathematischen ^Wissenschaften, der Historie und Geographie 
gegeben wird, Berlin 176s. 
vorzüglich beqn.em gefunden, und wird zu rechter Zeit in den hiesigen Buchladens zu haben 
seyn. 
Ich habe in zuversichtlichem Vertrauen zu Gott, diese Bemühung werde nicht ohne 
Seegen seyn, allen vor das wahre Wohl ihrer Kinder bedachten Eltern und Vormündern, 
dieses mein Vorhaben hiedurch vorläufig bekand machen, und versichern wollen, daß mit dem 
! Anfange des MonatsSeptember dieses Jahrs ich anfangen,und vier Stunden in jederWochevon 
s bis 6 Uhr Nachmittags in meiner Wohnung diesen Bemühungen widmen werde. Mein Vor 
trag wird Gesprächsweise mit meinen Zuhörern um deswegen gehalten werden, damit ich 
j mich desto faßlicher ausdrucken, und desto genauer hinter Ihre Erkenntniß kommen möge, 
j Vor den Anfang werde ich mich nach Anleitung vorgedachten Lehr-Buchs mit der Physik, 
dem Rechnen, der Geometrie, Mechanik und mit denen, mit diesen genau verbundenen Kün- 
! sten beschäftigen, bis ich unter meinen Zuhörern Köpft gefunden, die zu was mehrern ge- 
bohren zu seyn scheinen, und durch ihre erlangte Erkenntniß Lust erhalten haben, sich noch 
j weiter mit höher» Wahrheiten auszuschmücken. Ich werde, wenn die ersten Gründe vorge 
tragen und begriffen worden, meinen Zuhörern die vortrefiiche Gelegenheit verschaffen, 
nicht nur in Modellen, sondern auch in ausgeführten größern Werken der Kunst, durch den 
Augenschein (wodurch die Erkentniß lebendig und reißend wird) die gefaßten Wahrheiten, 
der Physik, Geometrie, und Mechanik zu betrachten, und es mir zum Vergnügen machen, Ihnen 
die nahe um Cassel gelegene Kunstwerke zn zeigen, wie sie von andern ihrer Art verschieden, 
und warum sie so und nicht anders angelegt worden, erklären und begreiflich machen. 
Alle halbe Jahre soll durch ein öffentlich anzustellendes Examen denen Eltern, Vor 
mündern und Gönnern der Künste und Wissenschaften von der erlangten Erkenntniß und 
Fertigkeit ihrer Angehörigen in denen vorgetragenen Wahrheiten, Rechenschaft gegeben 
werden.
	        

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