Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1763)

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nen Kinder-Mordes, bey dem alschon in Dero kestdsnh-Stadt Cassel vorhandenen 3 Bi üu 
senhaus-auch ein ^ccouchir. und Fündelhaus angeleget werden soll; Als haben Hech^ 
selbe, zu Erreichung solcher dem gemeinen Wesen nützlichen Absicht, nicht allein ein nch^ 
Haftes (Zuirncum an Geld und Früchten aus Dero Cammer- kevenuen, zu Vermehrung 
dazu erforderlichen Fonds, gnädigst verwieget, und ferner zu diesem Behuf künftig eineb"" 
rerie zu gestatten beschlossen, sondern anbenebst folgende Einrichtung gnädigst gut gefE, 
und genehmiget. X* 
r. Ist die bereits ernannte Waysen- und Fündelhaus- Direaion und Commission 
wiesen, zu Unterbringung derer sowohl zu dem ^ccouLhsmsnr als Fündet. Anstalten gehi!l 
gen Persohnen, in soferne der Raum des gegenwärtigen Waysinhausesdazu nicht anreich 
sollte, ein nächstgelegenes Haus annoch zu miethen, auch nach Gelegenheit mit der Zeitig 
zukaufen, und solches dergestalt aprlren zu lassen,.daß darin wenigstens zwey Stuben fcorl? 1 
|utwu|tu, um, |yiu;to ueiye|iuu upuicu ¿u iu|fvu,.uup vuini u>ewyiu;wi> zu.'er- ^»uvrir 
zu accouckirende Weibs-Persohnen-sodann ein grosses räumliches Zimmer zum äccouälr' 
meiat selbst, damit darin die in solcher Kunst zu instruirctlbe Studiosi Medicinae; Chirurg»UlJ* 
Heb-Ammen sich aufhalten können, gehalten-desgleichen derjenigen Frau, welchezu 
tung sowohl für die Schwängern und Gebahrerm als vor die aufzunehmende Fündel-Ki") 
der beständig in diesem Hause sich aufhalten muß, eine schickliche Wohnung angewiesen 
de, wie dann diese Frau ausser solchen freyen Wohnung Holtz und Licht und fünsRthlr.^ 
Geld, so oft sie den Medicum und die bey dem äccouchemenc zugegen seyn müssende Lernet 
de abrufet, wann solches bey Tage geschiehet i Ggr.bey Nachtzeit aber 2 Ggr. zu empf^ 
gen hat. Damit aber , 
U. Die eigentliche Absicht und der Zweck der Einrichtung, so viel zuvorderst das Actc*!! 
ehernem betrift, überall bekannt werde; So Hat die Regierung zu Cassel, so wie die RiüA 
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rung zu Marburg und Rinteln, so viel das Ober-FürirentHum und Die Grasschaft Schulil 
bürg angehet, allenAdelichen und andern Gerichts-Obrigkeiten, auch Beamten durchs 
gewöhnliches Ausschreiben anzufügen, daß in Zukunft alle unehlich sich schwanger befind^' 
de Weibs-Persohnen^ Jahr vor ihrer vermuthenden Niederkunst bey dem zu dieser itr 
ßaltung angenommenen ?ro5etlöre Medicinae sich anzumelden haben um ihre anzugebend-, 
doch daferne es vorkomnienden Umstanden nach verlanget werden sollte, sonsten gegen \tC . 
mann zu verschweigende Nahmen sobald annociren, und gedachte Persohnen sodann 4# 
chen vor ihrer Niederkunst in sothanes Haus aufnehmen zukönnen. Ob auch wohl dillss^ 
vermuthen ist, daß eine solche Weibs.Persohn, um ihre Leibes-Bürde auf eine zu 
und ihrer eigenen Erhaltung gereichende sichere Art sich entledigen zu können, von Mb stk- 
Bedencken nehmen werde, sich dieser Anstalt zufügen; So ist jedoch zu Besörder>und 
k'ichterung dessen ferner * n 
im. Bewilliget: daß eine jede solcher Frauens-Persohn, welche ein AtreNw vonib^' 
Obrigkeit oder Beamten beybringet, daß sie dessn bedürltig ist, sobald sie sich meldet, m?"' 
halben Gulden, und so oft sie sich zu dem nöthigen touchirw stellet, als welches wenigstens^ "7 
14. Tage in einer von dem Medico zu vernehmenden rmd zu bestimmenden Stunde gesE"' 
heb, einen Ortsguiden zu empfangen haben soll. £ 
iv.
	        

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