Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1763)

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m jedes Orts Obrigkeit zu hassten gebracht und auf derselben davon zu thuende beachtli 
che Anzeige, dem Befinden nach, auf vorgebuchte Weise bestrafet werden sollen. Damit 
nun 
iv. Unsere Lande von kaum gedachten Bettlern, Landstreichern, Maraudeurs, Vaganten, 
insonderheit auch denen Zigeunern und Bettel-Juden, samt allem übrigem Diebs-Gesin 
del gesäubert werden möge, so sollen die Beamten und andere Obrigkeiten, jede ihres Orts, 
sobald nach Empfang dieses, mit Zuziehung der nöthigen Mannschafft, womit Ihnen von 
Denen Chefs Derer Regimenter, welche des Endes inlwuiret worden, auf Ihre vorgängige 
Requisition aus denen nächstgelegenen Garnisonen jedesmahlen an Hand gegangen werden 
soll, alle und jede Wirthshäuser, Krüge, Mühlen, einsahme Höffe und wo sonsten fremde 
Me auffand angenommen zu werden pflegen, ohnvermuthet viNriren lassen, und die allda 
befindliche Fremde, ausser was bekannte und reputirliche Leute seynd, examiniren, was die 
Uchch ihres Aufenthalts seye? und wann darauf bey solchen einiger Verdacht entstanden, 
daß sie zu einer gottlosen Rotte gehöreten, sie sofort über die vorkommende Umstände wei 
tersvernehmen und das Protocoli davon zu Unsern Regierungen einsenden, bis zu Einlan- 
gung derer Resolution aber anhalten und wohl verwahren; Da sich aber 
v. Kein gegründeter Verdacht finden solte, daß sie zu dergleichen bösen Gesindel geho 
nten, gleichwohl keine hinlängliche Ursache ihres Aufenthalts melden tönten, sondern ihre 
Zeit nur im Müßiggänge und liederlichen Wesen zubrächten, soll ihnen die Räumung der 
Etadt und des Landes, bey Vermeydung der Eißen oder anderer Bestrafung, anbefohlen 
werden, und sollen demnach 
v/. M und jede Unsere Beamte und andere Gerichts-Obrigkeiten die in denen Ihnen 
anvertraueten Städten, Aemtern und andern Orten befindliche Wirthe, Krüger und Gast 
geber vorfordern, und ihnen by iQ.Rthlr. Strafe anbefehlen, daß sie alle Abend der ihr 
vorgesetzten Obrigkeit , oder, wann auf dem Lande solches zu weit von dem Amte oder Ge 
richte entfernet , wenigstens dem Vogt, Dorsschultzen oder Greben und Vorstehern in Ge- 
heim anmelden müssen, wer bey ihnen herberget, welche dann zu beurtheilen, ob was ver 
dächtiges darunter verborgen ? und darauf, dem Befinden nach, derer, wieder welche hin 
länglicher Verdacht streitet, sich zu versichern, oder wann die Rotte zu groß und sie solche 
Min nicht arreüiren könten, mit Hülffe benachbarter Dorfschafften, auch allenfalls der nächst 
finquirürten Militz zu hassten zu dringen; Jnmaßen dann Unsere Beamten in denen Dorfen 
allen und Mn Dorf-Schultheißen oder Greben und Vorstehern, und in denen Städten 
denen Bürger * Capitalen, Rottmeisiern, oder wie sie sonst genannt werden mögen, ernst 
lich auszugeben haben, daß sie solchenfalls ohnweigerlich behülfflich und auf der Hut seyn, 
dergleichen Leute sich versichern, und zu ihrer vorgesetzten Obrigkeit bringen sollen: Ausser 
dem haben aber auch 
vii Unstre Beamte und andere Gerichts-Obrigkeitendie Veranstaltung zu machen, daß, 
durch hinlängliche Mannschafft von denen Guarnisons- ober andern in der Nahe liegenden Re 
gimentern, die Dorsschafften, Gräntzen, Landstrassen und Wirthshäuser alle 14. Tage 
wenigstens einmahl visoiret - und patroulliref, was von verdächtigem Gesindel ertappet wird, 
veste
	        

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