Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1757)

<2ä£) ( 387 ) 
guten Golde polizt« Bildhauerarbeit und mit Oehlfarbe in ^limLtur gemahlter Landschaff 
ten ausgezehret, worauf eine gute Genever Uhr mit einem Schlagwerck, und mit 17 Schup- 
laden, nebst einem Schränckgen mit 2 gläsernen Thüren und 18 Schlossern versehen; Zwey- 
tens, ein neu sauber laquimr Tisch ; Und drittens, ein neu laquirtes lLee>Bret. Der 
erste Gewinst ist das Comtoir, der zweyte der Tfch, und der dritte das^öe Bret. Worzu 
60 Loose erfordert werden , wobey sich der Eigenthümer einen freyen Wurff vorbehält, 
jedes wird vor einen Gulden in edictmäßigem Gelde bezahlt, und seynd solche bey oben gemel- 
detcm Meister Hellwig,zu haben,woselbst die Sachen auch können besehen werden. Wann die 
Anzahl derer Lvote complec, so soll durch die hiesige Wochen-Zeitung der Ort und die Zeit 
des Ausspielens bekandt gemacht werden. 
2) Recept, welches gegen die anjeyo unterm Horn-Vieh graßirende Seuche, mit 
gutem Erfolg gebrauchet und befunden worden. 
i ^6 ist vorläufig zu mercken, daß diese Kranckhekt sich Anfangs durch etwas röthliche Au 
gen, welche bald hernach triefigt werden, zu äusern pflegt, und das Vieh, wenn sich 
diese Zeichen hervor thun, nicht wohl mehr frisset, die melckende Kühe aber einige Tage 
zuvor, auch an der Milch mercklich abnehmen. 
So bald dieses verspühret wird, so nimmt man ohnverzüglich weißen Alaun und 
flösset solchen zu Pulver; hiervon wird ein guter Zinn Löffell voll mit dem weißen von 
6 frischen Eyern und etwas reinem Brunnen-Wasser vermischet, wohl durcheinander ge 
schlagen und dem krancken stück Vieh eingeschüttet. 
Ferner wird den nächst-folgenden Morgen, eine gute Kanne Bier warm gemacht mit 
einem Theil frischen Leinöhl, wovon die aoü; ohngefehr 2 Hängelichter voll ausmacht, 
vermenget und laulicht eingegeben, nach dessen Gebrauch ein starcker Durchlauf erfolget. 
Endlich wird ein gutes theil von der Oberrinde eines Rocken-Brodts auf Kohlen ge 
legt, ganh schwartz gebrannt und zu Pulver wohl gerieben, sodann mit einem halben 
Nössell reinem Frucht-Brandtewein so meliret, daß Dieser davon zwar dicklicht wird, 
jedoch aber fiüßig und zum eingeben bequem bleibet. Dieses wird den zten und 4ten Tag 
morgens früh appliciret und einem krancken stück Vieh eingegeben, auch diese beide Tage,' 
mittags und abends jedesmahl eine gute Kanne Bier, worinn in einer jeden ein halb Pf. 
Butter gethan, warm gemacht und wenn die Butter zerschmoltzen, dem Vich eingegossen. 
Im übrigen darf das krancke Vieh durchaus mit keinem grünen und blähendem Fut 
ter, als Krauts-Blättern, Rüben oder Strüncken, gefüttert werden, sondern es ist dem 
selben dörr - und gutes Heu oder ohngetroschene Linsen vorzulegen, düs Geträncke jedes 
mahl warm, über Hafer geschroot gebrühet, zu reichen, wie weniger nicht, sö viel mö 
glich in warmen Ställen und. mit einer Decke beleget zu halten rc. 
Ccc 2 9) Ts
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.