Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1757)

( ZZ2 ) 
m. Ein prL/ervLüv und curà Mittel, gegen die vermahlen graßirende Horn - Vieh- 
Seuche. 
nnd zwar wird 
i) Zu Anfangs des ersten Tages dem Viehe am Halse die Ader geschlagen und ziemlich 
Bluth gelassen; 
L) Andern morgens wird das Viehe dom Halßschlauch an bis vor die fordere Beine 
mit reinem ordinairem Zeer oder Theer, einer Handbreit geschmieret und bestrichen'; 
Steckt nun die Kranckheit bereits in dem Viehe, so samlet sich in ein oder 2 mahl 24 
Stunden, vor denen forder Beinen, ein hefftiger dicker Geschwulst, welcher wann der 
selbe, an ein oder dem anderen Orte, sich erweicht befindet, mit der Fliete, Langwärts 
herunter geösnet werden mutz; woraus eine stinckende Feuchtigkeit, einige Tage lang laufft; 
vermehret sich nun dieses, so verkehret sich auch zugleich die Kranckheit und das Vieh 
wird wieder gesund; anders aber nimmt man 
Z) Auf 7 bis 8 stück Rindtvieh, 1 Pfund Speck und zerhackt solchen, so klein, bis er fiies- 
sen will, vermenget darunter sofort | Pfund geflossenen Amimonium mit so viel Nocken 
Mehl, daß es einem Teige gleich wird, woraus sodann Kugeln einem Hüner Ey dick 
oder gleich, gemacht und einem jeden stück eine portion nüchtern eingegeben werden, wo 
mit man cs i Stunde fasten läsl und sodann giebt man ihm eine Handvoll Heu undträn- 
cket es vor dem Austreiben, mit Nocken Mehl - Gespühl ; 
4) Und folglich den kten morgen, giebt man jedem stück Nindtbiehe 2 - 3 Löffelvoll warm 
Getränck mit 2 Mkssrspih vorgemelten Antimonii nüchtern ein und hält es mit dem Fasten 
und Träncken, wie im vorigem HpNo gemeldet worden; wie dann 
5) Jeder Kuh oder Rindt den ;ten morgen 1 schuß Schreß-Pulver, mit der Kuh eigener 
Milch-denen Rindern aber auch mit Milch eingegeben und weiter damit wie vorgemelt, 
zu Wercke gangen wird; den 6ten morgen aber wird 
6) jedem stück ein Löffelvoll Wein-Eßig, mit einer Messerspitze voll gestossenen Pfeffer in die 
Nase geschüttet und des ?tcn Tages 
7) jedem stück 4 Messerspitzen rothm und weißen Bolus, mit ein wenig Salpeter Saltz und 
einet Handvoll Hasser vermischt, eingegeben und gleichsam eingezwungcn, mithin durch 
Wasser mit einem Horn, eingegoffen; 
Ist es aber damit noch nicht gethan und das Vieh gesund worden, so sängt die Cur von 
Nro. 3. hinwieder an und continuiret damit vorgeschriebener maßen, bis man die Ge 
sundheit verspüret; 
Übrigens wird auch hierdurch ohnverhalten, daß auch das Viehe gesund erhalten worden, 
wann man einem jeden stück Rindtvieh täglich eine Handvoll Wachholderbeeren mit \ 
Handvoll Saltz vermengt ins Futter gegeben und gebrauchet hat; wie dann auch einige 
das Futter mit Vogelbieren untermengt, und solches gut gesunden haben. 
iv, Die-
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.