Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1753)

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und ehrliche Leute annehme; Wie dann in denen grosseren Städten des Landes 
als: alhier zu Cassel und sonsten alle Monath von denen Becker-Gildememem 
eine ohnvermerckte Mühlen-vilicàn angestellet und dabey untersucht werden 
sol, ob etwa die Mühlen betrüglich oder Vortheilhaft gesiellet oder andere Ge 
brechen darinnen vorhanden seyen? welche sie nach Befinden gehörigen Orts 
anzuzeigen haben. 
19. Hatzwar der Müller oder Beständer solcher grossen Mühlen Erlaubniß, 
die Mühlenknechte und Treibere nach Gutfinden anzunehmen oder zu erlassen/ 
.welches -letztere jedoch ohne gegründete Ursach nicht geschehen sol; Die neube- 
stellten muß er aber sofort auf diese Mühlen-Ordnung verpflichten, auch sich 
von ihnen vor dieAnnehmung keine Geschencke oder Beliebnis geben lassen, als 
wodurch sich dergleichen Leute leichtlich an denen Mahlgasten durch ohnerlaubte 
Griffe zu erholen bedacht seyn; Auch sol in denen grossen Mühlen , wo beson 
dere Treibere und Knechte nöthig, denenselben von denen Eigenthümern oder 
Pfachtern ein hinlänglicher Lohn gegeben und unter keinerlei) Prætext zugelassen 
werden, von denen Mahlgästen ein mehrsres als verordnet ist zu erzwingen, 
oder sich^anderer ohnerlaubterVortheile zu bedienen. 
20. Sel kein neuer Mühlenknecht oder Treiber angenommen werden, er 
habe dann von seinem letztvorhergehenden Dienst wegen seines Wohlverhaltens 
glaubhafte Kundschafft beygebracht, dahingegen auch denen abgehenden, da 
fern sie das Ihrige gethan, die ebenmäsige Kundschafft nicht vorzuenthalten ist. 
2!. Zu Verhütung aller Belästigung derer Mahl-Gäste sotten ohnverheura- 
theteMühlenknechte gehalten-oder da man deren nicht haben könte, auch sonst 
eine erhebliche Ursach, hiervon abzugehen, vorhanden seyn möchte, desfals be- 
hörenden Orts Anzeige gethan und Verordnung eingeholet werden. 
22. Was ein jeder Mahl-Mast an Früchten zur Mühlen bringt, davon muß 
ihm das Mehl oder Schrot nebst denen Kleyen und Säcken ohnverwechselt wie 
der verabfolget-oder desfals vom Müller Ersetzung gethan werden. 
2;. Sind die Herrschafftliche Müllere schuldig und gehalten, denen Gerecht 
samen derer ihnen eingethanen Mühlen keinen Abbruch thun zu lassen, auch da sie 
hier und da Mangel verspüreten, davon zeitige Anzeige zu thun; Wie sie dann 
insbesondere 
24. Bey denen inhabenden Mühlen nicht allein auf die ohnverrückte Beybe- 
haltung des Fach oder Wehrbaums undEichpsals sehen, sondern auch daß die 
etwan unten liegende Müllere zum Nachtheil der Herrschafftlichen Mühlen nichts 
verändern oder erhöhen, Acht haben müssen, dergleichen auch ein jeder privat« 
oder Erb-Müller zu Verhütung nachherigen Streits, Inhalts des vorhergehen 
den ersten Puncts zu beobachten schuldig seyn sol. 
2f Wo die Müllere in denen Mühlengraben oder Gerinnen zu fischen berech 
tiget sind^ haben sich dieselbe überall nach der Fisch-Ordnung hierunter zu halten, 
an unerlaubten Orten aber des Angelns, Körbe-legens oder sonstiger Arth des 
Fischens
	        

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