Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1751)

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, daßerdie- 
Vvllkvmmenheiten GOttes nicht achte 
wid dieses eben eine llrsache des Göttlichen 
Mißfallens an den Menschen ist; so ist folg 
te diejenige Straße in ansehung des Men 
gen die beste, durch welche er am meisten 
zur Erkäntniß der Göttlichen Vollkommen 
heiten und zur Erkäntniß seines begangenen 
Unrechts gelangen kan. Jemehr also eine 
Straffe zu dieser Absicht geschickt, desto bes 
serst! dieselbe. 
Da aber arrchbey andern die Hochach 
tung gegen GOtt kan verringert werden, 
wem: diese sehen, wie jhreBrüder dein Wil 
len GOttes zuwieder handeln, und diese 
dadurch aufdleGedancken gerathen können, 
daß es GOtt gleich viel sey , ob der Mensch 
\uw) oder wieder die Göttliche Absichten 
; handele, so ist folglich in Absicht dieser Men 
schen , dasjenige die beste erraffe, wodurch 
'diese der Hoheit Gattes nachtheilige 
daockm können unterdrücket und der hohe 
. Begriff von der Majestät GOttes wieder 
kan-hergestellet werden. Biß hierher ha 
ben wir also erwiesen, daß diejenigen Stras 
sen des allerbesten Wesens, die allerbeste 
sind , wodurch der altergröste Abscheu an 
dem Bösen entdeck et, und wodurch so wohl 
der Bestrasste selbst, als auch andere, die 
sichun der Gesell; chafftdiesesBestrafften be 
finden, die allerbejie.Gelegenheit bekommen 
können zu erkennen, daß. GOtt in seinen 
Vollkommenheiten groß, unendlich und 
unveränderlich sey. 
- Hieraus werden wir also auch beurthei 
lenkönnen, ob zu den besten Straffen des 
besten Westns auch nothwendig die Beße- 
rm.g des gestrafften gehöre Durch'die 
veßerung des geprassten wird nichts an- 
«rsals dreHinwegnehmung des sittlichen 
Ul .6 und der deswegen über ihn verhängte 
Straße verstanden, wodurch dann sogleich 
zuHerstellung der vorlgenGlückseeligkeit des 
Menschen der Grund geleget wird. Es katt 
auch dieses eine Absicht der Straffe seyn. 
Aber wir können doch nicht behaupten, daß 
diejenige Straffe nur die; beste, welche auf 
diese Beßerung zielet, oder durch welche sie 
erhaltenwird. Wir haben oben erinnert, 
daß die besten Straffen mit allen nur mögli 
chen .guten Absichten übereinstimmen müs 
sen, in wie fem also diese Abthuung der 
Sünde und die Wiederherstellung der 
Menschlichen Glückseligkeit möglich, in so 
fern gehöret sie mit zu den Endursachen der 
besten Straffm Gattes. 
Ist aber diese Absicht in ansehung GOk- 
tes nach der Vernunfft möglich ? das ist, 
stimmet es auch mit den Göttlichen Eigest- 
schafften überein, daß GOtt durch die 
Straffen des Menschen das Böse von dem 
Menschen weg thue und ihn wieder glücklich 
mache? Warm '-Ott das sittliche Übel tzorr 
dem Menschen wegthun soll, so muß ersol- 
ches also ansehen, als wann solches nicht 
geschchen wäre. Körmen wir nun wohl von 
den Eigenschafften GOttes, in wie ferst sie 
die Lernunfft erkennet und von keinemMit- 
telweiß, dieses Übel wegzunehmen, dieses 
glauben? G^ttmüste bey diesem Geschäff- 
te die Erkäntniß der geschehenen Ubelthllt 
verlohren haben, oder feiste Abneigung ge 
gen das Böse müste nicht die groste seyst. 
Das aber ist dem zuwieder, was wir oben 
gezeiget, Daraus- folget alsg, es ist nach der 
Vernunfft nicht schlechterdings nothwen 
dig, daß die Abtl)irung des Bösen zu den be 
sten Straffen GOttes gehöre. 
Eingleiches können wir auch von der Wie 
derherstellung der Glückseeligkeit des Men 
schen als einerHauptabsicht der bestenStra-, 
' sen behaupten Da durch diese Wiederher 
stellung der Glückseeligkeit de gestrafften, 
die abermahlige Erweisung der Güte Got- 
■ .... ; . tes
	        

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