Full text: Casselische Polizey- und Commerzien-Zeitung (1737/38)

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_ kv.) Ss bald der Flachs von der Rotte oder Stauch- nach Haus gebracht und zur Verarbeitung tüchtig f ft 
st) svl er wohl Geschwungen, Gehechelt und Gerippet werden, kern Weerck oder Heede darin gelassen ¡ alle 
Schibbe und Enne rein heraus geschüttelt / gantz reine in Kauten gedrchetj , und jede sötte apart gesponnen 
werden. 
v. ) Grob Merck/ ft>l zu groben , uud kleines zu kleine»/ und noch feineres zu feinen Garv/ keines wegeS 
aber unter einander gesponnen werden. 
vi. ) Ein jeder Hauswirth hat sich eine grobe und' reine Hechel anzuschaffen / damit ein reiner fester und 
wohl ausgehechelter Flachs zubereitet werde. 
vil.) Mit dem Spinnen soll es folgenderjGestalt gehalten werden / das sowohl der Flachs als Merck oder 
Heede rein und gleich gesponnen / die darin befindliche Ungleichheiten wohl auseinander gezogen/ dre Faden 
weder zu fest noch zu söffe gedrehet/wobessauch keine abgebrochcneFaden sollen paß« werden.Beym Haßpein 
ist ebenmäßig acht zu geben / daß das Garn auf der Spule nicht Verwirret/Abgebrochen oder offt Geknüpffet/ 
sondern so viel thunlich an einem Stück abgehaspelt werde / jedes Gebind soll seine behörige Faden/ ingleichen 
jeder Strang / Jaßpel oder Stück seine völlige Gebinde nach der Ordnung ohne einigen Abzug hahen. Was 
die lange der Haßpels angeht / auch wie viel Gebinde in jedes Stück gehören / darin bleibt es noch zur Zeit be» 
denen veßfals ergangenen vorigen Verordnungen. 
viil.) In jeder Gemeinde , Höffen und Mühlen soll den i.vder rten und den !5.oder r6ten jedes Monaths 
das gesponnene Garn in jedem Haus nach der Reyhe durch Greben und Vorstehers / Eydgeschworne mit zu 
ziehung eines Leinwebers wohl besichtigt , was vor Fehler dabey sich finden / müssen untersucht , und so gleich 
ans Ampt berichtet werden , das nicht guth befundene Garren wird in Verwahrung behalten. 
lx.) Von jeder Zaßpei,Garn/ welche an Faden oder Gebinden mangelha fft/ muß zufolg der vvrgedachten 
Verordnung de Anno i/;r. $ 4. Zum erstenmal)! iz.Albus zum zweytenmabl r.Cammer-Gulden Straffer- 
legt werden / und wan ferner jemand hierin schuldig befunden wild, so hat er die Thurm oder noch härtere 
Straff zp gewärtigen. Würde das Garn bald dicke bald dünne gesponnen / viele grobe Faden/ die nicht tüch-^ 
tig auseinander gezogen , darin befunden / das Merck oder Herde unter den Flachs gesponnen , das Garn al- 
zu feste gedrehet / beym Ha ßpeln zu viel gebrochen / oder verwirret durch .das Schlaffen der Spinnern fehl, 
hafftig erscheinen , alsdan sollen dergleichen Zaßpeln oder Slücker vor das erstemahl mit §.Alb. das zweyte, 
mahl mit 8.Alb.und so weiter biß zu i.Rthl. gebüffet werden / wovon die helfftedem Angeber/die andere 
helffte der Herrjchafft zu fället. LSürde aber dieses nicht helffen / so sollen die Übertreter mit einer gewissen 
Leibes,Straffe belegt werden. 
x.) Dte Brod-Hern und Frauen müssen diese Straffe erlegen, und hernach dem Gesinde an ihrem Lohn 
abziehen. Würde aber dieses darthun k önen/daß solche Fehler aus der übelen Zubereitung des Flachses ent 
stehen / so haben erstere die Straffe zu geben, gleichwie auch diese davor hassten müssen/waw ibre Kinder der, 
gleichen versehen begehen; Das Garn / woran diese Spinnen lernen, kan zum Haus,Tuck verbraucht rverden. 
xt.) Beydenen Jährlichen Land-Gerichten soll jedesmahseine desixnationvon den Spin und Garn visita, 
tionen mit benennung Monath und Tages/a ch der Personen/ so sie gehalten /wan zufvrderst selbige durch je 
des orts Beampten cxaminirr und richtig befunden worden übergeben/ wan und wo selbige Visitation uichr 
richtig geschehn / so ist bey jedesmahliger versäumnüß s.Rtdlr. Straffe zu erlegen. 
> xu.) Sol kein Garn an die Verkauffer und Juden venaufft werdemehe und bevor es vorgedachte Visitation 
Fañirt bey Straffder Confiscation, welche so wohl der Verkauffer als der Käusser zu befahren hat. 
xm;) Weilen nun auf solche Art kein verfälscht oder unrecht gesponnen Garn mr Lande ferner geduldet 
wird / als haben die Einkäuffer und Juden sich zu hüten dergleichen aus frembven Landen einzuführen. Was 
sich von dato dieserVerordnung mangelhafftes an Faden undGebinden bey ihnen befindet/das selbige fot also, 
bald contiscilt werden / was auch schlecht gesponnen angetroffen wird/ davor büffet so wohl der Spinner als. 
derLKäusfer nach dem yten Articui dieser Ordnung. 
xiv.) Demnach auch in Hessen diverse sortements von Kauffluch verfertigt werden / lvorzu. man folglich 
verschiedentlrchen-Garns bedürfftig tst/sosoll nachdem von den Kanssleuten gegebenen mustek/in denDörffren 
gesponnen werden nach art und weise /wie hierin vorgeschrieben worden. 
xiv:) Ob zwar der preiß des Garns sich nach der Fahrzeit richtet/ und wie der Flachs aufdem Felde und 
der Rotte oder Stauche gerahtet , so sollen doch weder die Unterthanen / noch die Käufer übersetzt werden, zu 
dem ende ist der currente Garnpreis alle Quartal an dre Regierung und Renth,Cammer zu berichten. Wür- 
denMdie ZaßpelFlächsen zuKaufftuch unter oder über r.Gar.sich belauffen , so soll nach der Ursache gefragt 
und darauf berichtet werden. Hätte man nun auffein oder der andere seyte exceditt, erfolgt schleunige re, 
medur. Es soll auch den Unterthanen auf gutes Garn etwas aus den Renthereyen vorgeschossen , oder auch 
zu abtragung derer Herrjchafftltchen ?rscttandorum,wan zufodcrst die Berichte davor erstattet sek»/ angenom 
men werden. Übrigens was auf einen langen Haßpekgehaßpelt / daß sol nach eroportion des kurtzen höher be- 
Mt werden. 
b i XV1-)
	        

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