Full text: Das Lied von Hildebrand und Hadubrand und das Weißenbrunner Gebet

2) Alter. Oie sparsam übriggelassenen Denkmäler des siebenten, achten und neunten 
Jahrhunderts find leider, in Absicht der genauen Zeitbestimmung, wenig sicher gesetzt. 
Oie Uebersetzung JsidorS,,ein6 der ältesten, gehört kaum ins siebente,, nach weniger ins 
sechste Jahrhundert, wohin sie einige gezahlt haben. Fällt sie folglich dem achten zu, so 
ist ihre Sprache durchaus nicht älteres Ansehens, als die in unserem Fragmente, eher 
dürfte es sich umgekehrt oerhalten. Der Schriftcharakter verweist in's neunte Jahrhun 
dert; aber von Otfried, der in der zweiten Hälfte desselben lebte, ist die Verschiedenheit 
doch Merklich genug, nicht blos in Betrachtung des DialectS, sondern auch des Alter 
thums, und wir nehmen daher keinen Anstand, es bei der bisherigen Bestimmung, die 
unserein Liede das achte Jahrhundert anweist, zu lassen. Oie E. h. darf aber nicht viel 
später gesetzt werden; es wäre vielleicht die Anwendung der Sage von Ludwig dem Fr. 
auf sie in Zweifel zu ziehen. Einiges wird auch der folgende Abschnitt noch vermögen 
naher zu bestimmen. 
vili. Alliteration und Poesie. 
Anfängliche Gemeinschaft aller germanischen Völker, für die Sprache längst erwiesen, 
für den Mythus höchst wahrscheinlich zu machen; die in Bau und Verhältniß unserer 
Sprache fest gegründete, in Redensarten und Sprüchen mehr als unter andern Völkern 
nachzuspürende Natur der Alliteration; dieses alles fri fff zusammen, um sie nicht blos 
dein nordischen und angelsächsischen Zweig beizulegen, sondern über alle andere auszu 
strecken. ('^) Weist doch der letztgenannte, aus Sachsen selbst ausgegangene, natürlich auf 
(*) Julianus Apostata iin Mijopogon gleich eingangS rneldet, dcch die uberrheinifchen Barbaren 
(die ergentlichen Oeutschen also, Allemannen rc.) stch an Bauerntiedern, die dem Gekrachz rauh- 
schreiender Dvgel nahe kamen, vergnngten. OeutlicheS Zeugnin vom Daseyn der Volkslieder in 
der Mitte deS tuerten JahehundertS. Seine Worte lauken: iBsoiCT^jJLfJV TOt }{gtf V7f8g 
tov gr/vcv ¡3ccgl3ccg&£ /asAij A sj^si T^sTto^fAevoc 7j:oc^ci7i:A^(Tioc tois Kgooy- 
fxois t cov r^ocyju /3owvrcov cgvt&cov oc$ovtu£ (al. ccfffjievi^oovTocs j ncy ivCpgcctvo- 
/A6V8C 8V TCIS /USAsc-iV. Adekung Eesch. d. O. 394 - 399 . betrachtet das, was die lat. Ueber? 
sttzung mit verbh lacta similibus auSdruckt, al* fur stch abgefchlossen, versteht durch verba si 
milia: verba inter se similia, und weitz sie sich nur durch den Reim zu erklaren, da man doch 
eben sowoht an verba similiter inchoantia, alS desinentia zu denkcn hattc. Dies ware ein trcff-
	        

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