Full text: Das Lied von Hildebrand und Hadubrand und das Weißenbrunner Gebet

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wohl die Bedeutung von zierlich, lieblich, angenehm. Den Pleonasmus: in laute 
und iu bure können wir nach dem Geist dieser Poesie vertheidigen; aus keinen 
Fall darf nur: in bure zu barn genommen werden. 
Z. Lg. prut in bure. Brut, Braut, Frau, so häufig z. B. Werners Maria Z6. Bur, 
Bauer, (Kämmerlein) a f. bur, engl, bower, plattd. buur. Nislungalok gleich ein 
gangs: mer var ek meya ... biort i buri. barn, Kind, Sohn, gl. doc. min 
parn, mi nate, 
Z. 19. eine der schwierigsten des ganzen Lieds. Die Worte arbeolaofa heraet ge 
hören noch zu furlaet, wie der deutliche Are. des Beiworts zeigt, es kaun aber 
heraet von diesem nicht getrennt werden, weil beide zusammen die erste Hälfte des 
Verses ausmachen, und hinter arbeolaofa durchaus nicht geschloffen oder geruht wer 
den darf, so daß heraet zum folgenden gehörte. Erc. kiest geradezu Hera, unbe- 
kümmert um das ausgelassene et, zieht eS zum folgenden, übersetzt eS aber eigent 
lich gar nicht. R. übersetzt: her ostwärts, welches allenfalls paffen würde, wenn 
das Gespräch in Osterland vorstele. Damit ist dem arbeolaofa noch nicht geholfen, 
das nicht zu barn gehören kann, weil es arbeolaofa n, (oder falls man nur ein 
Ireutr. wie im ifl. gelten kaffen will: laos) heißen müßte. Die urkundliche Lesart 
heraet scheint aber nichts andres zu seyn, als das a. f. hereg eat, hereotum, 
hariotum, altdeutsch heergeräthe und verdorben: Herwad, herwede, herwadium. 
Denn Rat überhaupt war Geräthe, Vorrath. Im nähern Sinn aber stand-Rate/ 
Gerate, gerada, suppellex muÜebris, dem Heerrat supp, castrensis , der blos 
auf Söhne, nicht Weiber, überging, entgegen; es war vornehmlich Schwert und 
Wastenrüstung Wenn nun dies herrat hier erbenlos genannt wird, heißt das: 
ungebraucht, herrenlos, weil der unerwachsene Sohn nicht damit umgehen konnte. 
Die Ist. unterscheiden eigentlich zwischen a rfi heres und erfd hereditär, vielleicht; 
auch die altd. Sprache, (arbe, arfborn), später galt blos das Wort: Erbe, für 
beide Begriffe. Eine erbenlose Sache läßt sich wohl denken, und Oberlin führt unter 
rat eine für unsern Fall merkwürdige Stelle an: „was foliches Dinges erbeloß 
erstirbet, erbe oder herge wette, oder ratt." Das Beiwort muß hiernach der Acc. 
Pl seyn, wo sich nicht zeigen ließe, daß heraet (*) auch als Fem. vorkäme. 
(*) Einen ganz abweichenden Sinn würde man durch die Annahme erlangen, daß Heraet 
ein Frauensname sey. „Oie erblose, ( vecmögenlose, arme, verwaisete ) Herat that er hin 
nen, ostwärts, d. h. diese blos nahm er mit sich fort. Oie Form des Beiworts würde treff 
lich paffen, und der Rame könnte eher in die Allit. gezogen werden, wenn man gestatten 
will, daß h, zumal das von einem Vocal gefolgte h, zu Vocalen mitstimme, (wie wirklich 
im Fr. von Judith, Holofernes mit Vocalen alliterirt) oder man brauchte nur Eraet zu 
lesen, wie sich auch Erka und Herka sindet. Sollte nun dieses die bekannte Herat, Her 
rad seyn, welche nachmals Dietrichs Gemahlin wird? Wir haben in den alten Sagen 
nichts dafür aufbringeu können, doch steht eben nichts bedeutendes dawider, und wie viele
	        

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