Full text: Das Lied von Hildebrand und Hadubrand und das Weißenbrunner Gebet

Vor allem dunkel sind die Worte d r e w e t, welche Ecc. und R. durch: drei 
Gewänder geben. Allein dem stehet entgegen, daß wat, wed, wate eiu Fem. 
ist und im Aec. Pl. gewiß weta oder wete heißen würde. A. s. wäd, wäda 
vestis , Pl. wäda. E. h. gr. fr. Z6. biwandina mit wadi. Ferner ist das Anbieten 
von drei Gewändern auf einmal auffallend, und sonst in keinem Beispiel bekannt; 
die gewöhnlichen Heldengeschenke sind Schwerter, Schilde, Spangen, (schon Taci- 
tus in Germ. XV. electi equi, magna arma, phalerae torquesque,) wie nach 
her Z. 2jr und Walthar aquit. 659 *) nnch wohl wöffentlich Gewant (Nib. 679^.) 
Man geräth daher darauf, w et durch Pfand, vadium, a. s. wädd, wadd zu ver 
stehen, wiewohl selbst wad, Gewand, pannus, Pfand, unter einander verwandt 
seyn mögen. ( Stalder v. wätten , wetten, binden.) Erklärte man nun das vorste 
hende: wenn du ni i r eines (Vater oder Geschlecht) ansagest, ansprichst, d. i. zur 
Last legest, tadelst, so stelle ich drei Pfänder. Wäre in der gl. doc. „wadium usu- 
rarn , foenus, mietan " ( die offenbar unter den Buchstaben m gehört) mietan 
als der Justn. die drei vorstehenden Wörter aber als Acc. zu nehmen, so würde die 
Redensart: wet mieten wichtig bestätigt werden, und hieße so viel als': Pfand 
stellen, oder entgegenstellen, und bekanntlich kam das vadium, gage, bei Zwei 
kämpfen auf mehr denn eine Weife vor, drei Pfänder waren vielleicht besonders ge 
bräuchlich und ansehnlich; man denke an das trinium geldum u. f. w. Inzwischen 
ist eine ganz abweichende dritte Erklärung schon um deshalb viel besser, weil sie, 
wie daS Manuskript selbst, d re wet, in einem Worte verbundenläßt: es ist der 
Acc. Sg. und bedeutet so viel als: D r i l ch g e w a n d , tunica trilix , welche schon 
im lat. Waltharius aquit v. 2,60 vorkommt, a. s. t h r y l e nhragl (raii), im fr. 
belli c. Sarac. V. 2605 i r e b r u n w e waren thrilie, und beim Stryker : d r i l h e 
halsperge, aus dreifachen Eifenfaden gewirkte KriegSgcwänder. 
II- zieht R. schon in Hadubrandö Antwort, wozu wir nicht stimmen, schon weil letz 
terer den alten Hildebrand schwerlich Kind benannt, und nicht sein Geschlecht für 
allbekannt ausgegeben haben würde, während er sich doch im folgenden umständlich 
darauf einläßt. Dieses möge allenfalls nichts entscheiden. Es stößt aber geqen die 
Einfachheit alter Poesie, daß erst nach einer vorausgeschickten Zeile das rov CC7T<X- 
jU,g/ßojU,SVOS 'I tf()G<re(£)'*] folge. R. erklärt noch: min alir min deot, mein 2 if- 
rer (!) me n Gejchlecyt, welches zu verwundern ist, da er die ähnliche Redensart Z. 
2-5. irrn in g 0 t ganz richtig faßt, alir könnte ohnedem nie für alter stehen, zu 
dem Z IZ. alte und nicht ale, auch Z. Z2. alter vorkommt. Jrmindeot heißt 
Menschengeschlecht, und trifft sich in der E. h. genug so an: gr. a. 8. p 109 all 
irmiutheoda, p. 112 alla irminthiod. gr. fr. p. 69. obar all thesa irmintheod. di.88. 
<;pi5t. p. 1^9. allon irmintheodon. Im a. s. fehlt diese Zusammensetzung, wohl aber 
si'udet sich die analoge: irming - (erming, earming, yrming) strät.(^) Nunmehr 
(*) Nähere in vieler Hinsicht merkwürdige Beziehungen aus der altdeutschen Poesie sollen nach-
	        

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