Full text: Pianoforte-Fabrik Carl Scheel Cassel

gleich weiter zu verfolgen, So erwähnen wir die Ehrung der Scheel’schen Instrumente aui der 
Industrie-Ausstellung zu Cassel 18 70 , den Internationalen Ausstellungen zu 
Melbourne 1880 und 1888 der Chicagoer worlds fair, der Ausstellung für Musik 
und Theaterwesen zu Wien 1892 und der Südafrikanischen und Internationalen Aus- 
stellung in Kimberley 1892. Im Jahre 1877 ernannte der damalige Kronprinz, später 
Kaiser Friedrich, Scheel zu seinem Hoflieferanten. Drei Jahre später nahm Scheel 
seinen ältesten Sohn Carl Heinrich und 1885 seinen zweiten Sohn Fritz als Teilhaber 
in die Firma auf, an deren Leitung er sich seines hohen Alters ungeachtet mit ungeschwächtem 
lnteresse und frischem Eifer beteiligte, bis er wenige Tage vor seinem 80. Geburtstage am 25. 
Januar 1892 verschied. 
Was der würdige Mann für den deutschen Instrumentenbau geleistet hat, wird auch 
nur annähernd erst dann klar, wenn man übersieht, was er errungen. 
In Bezug auf die Qualität seiner Instrumente hat der immer geistreiche H. v. Bülow 
wohl das treffendste Wort gesprochen, indem er Scheel gewissermaßen den Bechstein des 
Pianinos nannte. Allgemein wird der edle, weiche, modulationsfähige Ton, der leichte Anschlag, 
die volle Harmonie des Werkes hervorgehoben. Dazu kommt eine Fülle des Klanges, die 
früher nur dem Flügel eigen zu fein pflegte. So ist es erklärlich, daß übereinstimmend die 
Künstler der verschiedensten Schulen erklärt haben, daß es ihnen eine wahre Freude ist, auf 
diesen Instrumenten zu spielen. 
Diesen Vorzügen entspricht die Verbreitung, die sich die Schee'schen Erzeugnisse er- 
rungen haben. Wir finden sie in unserem Kaiserhause, wo die ältesten Prinzen auf einem 
Scheel-Pianino Unterricht erhalten, in Brasilien und Nordamerika, in Südafrika und Chile, in 
Spanien und Australien, in Holland und England und selbstverständlich in allen Teilen unseres 
Vaterlandes. Diese weltweite Verbreitung beruht nicht zum wenigsten auf der Sorgfalt, mit 
der der Bau der Instrumente nach jedem Klima besonders eingerichtet wird. 
Endlich bleibt noch ein Wort über die heute so wichtige äußere Gestaltung der Instrumente 
zu sagen. Ihr Kennzeichen ist eine wahrhaft wohlthuende, noble Einfachheit, die die Gefahr 
der Ueberladung zu vermeiden weiß, ohne doch irgendwie in Dürftigkeit zu verfallen. Da- 
durch gewinnen die Scheel’schen Pianos einen einheitlichen vornehmen Stil, den man sonst 
nur zu häufig vermißt. Und so sehen wir, daß die Casseler Fabrik in all den Beziehungen, 
die für den deutschen Instrumentenbau von Wichtigkeit sind, bahnbrechend vorausgegangen 
ist und sich dann bis zum heutigen Tage dauernd auf der Höhe gehalten hat." 
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