Full text: Die Landesbibliothek Kassel 1580 - 1930

Stämme Judas]. - 2131) (Judith: A) Judith tötet den schlafenden Holofernes. - 23511 
(1. Psalm: B) David mit Harfe. - 263 1' (Parabolae Salomonis: P) Salomo unterrichtet einen 
Knaben, der mit Buch im Mönchsgewand vor ihm sitzt. - 302 1' (Ysaia: U) Zwei Knechte 
sägen dem an einem Stabe knieenden Propheten den Kopf mit Nimbus ab. _ 376 v (Daniel: 
A) Brustbild des Daniel mit Nimbus, vor ihm zwei Löwenköpfe. - 386P (Osea: U) Osea 
hält Gomer, der neben ihm sitzt, bei der Hand. - 408 v (Machabaeorum I: E) Der Knecht 
tötet mit dem Schwert den Knaben mit der Schweinskopf-Opferschüssel. - 433 v (Mattheus: 
L) siebenteilig I: Wurzel Jesse, über dem Schlafenden vier Könige, Maria und Gott Vater in 
der Ranke. - 482 v (ad Romanos: P) Paulus sitzend mit dem Schwert. 
Die Vulgata-Handschrift scheint näher verwandt zu sein der von Georg Swarzenski 
und Rosy Schilling beschriebenen Biblia sacra (in den illuminierten Handschriften in Frank- 
furter Besitz 1929) S. 39 ff, aber auch mit L. M. 17 der Linelsammlung (S. 52 ff.) scheinen 
mannigfache Übereinstimmungen zu bestehen. Ornamentalschmuck und Bildgestaltung 
zeigen mit beiden sehr viel Ähnliches. Jedenfalls gehört danach die Handschrift wohl in 
den Kreis der französischen, resp. nordfranzösischen Arbeiten dieser Art aus dem Ende des 
13. Jahrhunderts und dürfte dementsprechend wohl bestimmt an den Anfang des 14. Jahr- 
hunderts gerückt werden. 
Entstehung, Geschichte, Herkunft: 
Über die zeitlich damit ziemlich genau bestimmte Feststellung französischer Arbeit 
aus der Wende des 13. zum 14. Jahrhundert hinaus wird si-ch kaum Genaueres über die 
Entstehung ermitteln lassen, da solche wohl schon werstattmäßig illustrierten Vulgaten 
lokal kaum mehr eng gebunden sind. Trotzdem es sicher eine ganze Reihe ähnlich gearteter 
Parallelstücke gibt, hat die Handschrift irgend welche Beachtung, soweit ich 
dies übersehe, bisher nicht gefunden. Duncker hat lediglich ihre Herkunft aus der Erb- 
schaft der pfälzischen (Heidelberger) Hofbibliothek, der sogen. jüngeren Palatina 1686 klar 
gestellt. Wir haben ein ziemlich untrügliches Beweismittel in einer Notiz auf dem Vor- 
satzblatt: wdiß buch hat Vetterus, ein Behm, welcher Churfürst Carl Ludwigs praeceptor in 
Behmischer sprach war, gebundene Der schöne goldgepreßte Ledereinband mit Filigran- 
Umrahmung und Streumuster in heraldis-chen und natürlichen Lilien, der von diesem 
Böhmen gefertigt wurde, trägt übrigens außerdem in der Mitte des Spiegels das böhmische 
und pfalzbairische Wappen. 
Literatur: 
Duncker, Albert: Die Erwerbung der Pfälzer Hofbibliothek, 1686, in: Zentralblatt für Bibliothekswesen, 
Jg. 2 (1885), s. 223. 
2. Vlllgätäi 40 Mss. theol. 8. - Tafel 10. 
Beschreibung: 
PergLHs. 14.Jahrh. 477 Blätter (dünnes Pergament, Lagen zu 5 und 6 Doppel- 
bogen). Alte Blattbezifferung neben den Büchernamen, z. T. weggeschnitten. Blattgröße: 
21X15 cm, Schriftspiegel: l6X4,5 cm, durchschnittlich 50 Zeilen (zweispaltig). Die üb- 
lichen roten Überschriften und Zwischensätze, Verbesserungen und Randbemerkungen. 
Reicher Initialschmuck in kleinen blauen und roten Anfangsbuchstaben (Fleuronneebuch- 
staben) mit Filigran-Füllung und weit ausgesponnenem, etwas maniriert verschnörkeltem 
Rankenwerk, außerdem eine Fülle von Bildinitialen am Anfang der Hauptabschnitte. 
Schrift: Sehr sorgfältige, zierliche gotische Bücherminuskel des strengen Stiles. 
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