Full text: Die Landesbibliothek Kassel 1580 - 1930

(a. a. O. II, 2. S. 246) erwähnen nur kurz den Codex. Eingehend hat sich dann Karl Friedr. 
Weber (1794-4816), der Marburger klassische Philologe mit der Handschrift in sorg- 
fältigem Spezialstudium befaßt, dessen Ertrag zunächst in Universitätsprogrammen zu- 
sammengefaßt wurde und später nach seinem Tode in die von Jul. Caesar vollendete Aus- 
gabe übergegangen ist. Caesar skizziert in einer Nachschrift S. 401 ff. auch die Bedeutung 
der Handschrift für die Erschließung des Textes. Den Wert des sorgen. Hegesippus und 
speziell des Kasseler Manuskriptes für die Geschichte der lat. Orthographie suchte Wilh. 
Weißbrodt in dem 1. Heft der nach seinem Tode von Prof. Schulz herausgegebenen Mittei- 
lungen zu erweisen. Neuerdings ist dann die Handschrift noch von E. A. Lowe in den 
Miscellanea Francesco Ehrle gewürdigt worden, außerdem sei nochmals auf die bereits öfter 
zitierte wichtige Untersuchung Lehmanns aufmerksam gemacht. 
Herkunft: 
Der Codex, der (nach Lehmann) als einer der ältesten und berühmtesten gilt, stammt 
aus der alten Benediktiner Klosterbibliothek in Fulda, deren Reste in den Wirren des 
dreißigjährigen Krie-ges nach Kassel gerettet wurden. Die Zugehörigkeit ist durch die vor- 
handene Inschrift und die alte Signatur darunter gewährleistet. Kindlinger erwähnte in 
der Buchonia I (1811) S. 145 einen andern Josephus (Repos. VI ordo 6 Nr. 1) führte dann 
aber die Kasseler Handschrift in seinem Katalog (1812) S. 71 beim Bepos. VII ordo 2 unter 
Nr. 4 auf und dem entsprechend betonte Groß (S. 166) mit aller Entschiedenheit die un- 
zweifelhafte Fuldaer Herkunft, an der auch Falk-Scherer S. 101 und Lehmann (Fuldaer 
Festschrift S. 13) festhielten. 
Literatur: 
Weber, Carolus Fridericus: Specimen editionis Hegesippi de bello Judaico, [1]-7. (Marburger Univ. 
Progr.) Marburgi: 1857-1863. Dazu Caesar, Julius: Appendix Hegesippi a C. F. Webero editi. (Marbg. 
Univ.Progr.) Marburgi: 1863,64. Beides erschien 1864 zusammengefaßt als: 
Hegesippus qui dicitur sive Egesippus de bello Judaico ope Codicis Cassellani recognitus. Ed. Carolus 
Fridericus Weber. Opus morte Weberi interruptum absolvit Julius Caesar. Marburgi S. V. u. 401 ff. 
Weißbrodt, W[ilhelm]: Mitteilungen aus der Pergamenthandschrift des sogenannten Hegesippus oder 
Egesippus in der Landesbibliothek zu Kassel. Einzelfragen der lat. Grammatik. 1.Heft. Braunsberg: 
1917. (Beilage zum Vorlesungsverzeichnis der KgLAkademie zu Braunsberg W. S. 1917j18.) 
Lowe, E. A. in den Miscellanea Francesco Ehrle. IV. Paleografia e Diplomatica (1924) p. 41. (Studi e Testl 
della Biblioteca Vaticana.) 
Lehmann, Paul: Fuldaer Studien [L]. München 1925. (Sitzungsberichte der Bayer. Akademie der Wiss. 
Jg. 1925. Philos.-histor. 3. Abh.) 
Außerdem vgl. die allgemeine Literatur zum Gegenstand in Wilh.v. Christs Gesch. der griech. Lit. 6. Auf]. 
v. O. Stählin u. W. Schmidt. T1. 2, 1. (1920) S. 594. (Handb. der klass. Altertumswiss. 7.} 
(w. M. Annaeus Lucanus De intestino bello sive Pharsalia: 20 Mss. poet. et rom. 5. 
Beschreibung: 
Pergt. Hs. Ende des 10. Jahrh. 131 Blätter (gezählt 130, dabei Ziffer 11 a und 11 b, 
38a und 38 b, während die Ziffer 55 fehlt). Die Quaternionen sind Bl. 15 v ff. fortlaufend 
bis Bl. 125 v mit II bis XVI bezeichnet, dabei haben die Quaternionen V und VII je 7 Blätter. 
Blatt 74 ist offenbar später eingelegt, da die Schrift mit gelegentlichen (vielleicht versehent- 
lichen) Schluß-s des Abschreibers auf das 12.Jahrh. deutet. Blattgröße: 29X21,5 cm, 
Schriftspiegel: 20X11 cm. Im Durchschnitt 30 Zeilen. Der Codex ist mit zahlreichen
	        
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