Full text: Sendschreiben an Karl Lachmann über Reinhart Fuchs

EINLEITUNG. 
An wen die zueignung eines werks ergangen ist, dem 
dürfen auch ergebnisse fortgesetzter untersuchung, wenn 
die sache dabei ein paar schritte vorwärts gelangt, öffentlich 
überwiesen werden. der verfasser fühlt sich dann gleich 
an rechter stelle, und das publicum, dessen vertrauen zu 
diesem durch den bezug auf jenen ohnehin erhöht wird, 
kann eine solche auskunft nicht eben unbequem finden. 
Für jeden schriftsteller gibt es arbeiten, deren faden er 
mit lust weiter spinnt, während er andere, müde geworden, 
aus der hand legen möchte. Da ich nicht voraussehe, ob 
mein buch über die thierfabel, welches mir vielleicht weni- 
ger mislungen ist, als die meisten übrigen, einer neuen 
auflage theilhaftig werden wird, will ich nicht länger säu- 
men, eine günstige, auch Ihnen, lieber freund, damit dies 
sendschreiben den reiz einer kleinen überraschung empfienge, 
bisher noch vorenthaltne entdeckung bekannt zu machen. 
Lassen Sie mich aber den standpunct der forschung über 
ein so merkwürdiges erzeugnis unsrer literatur, wie Rein- 
hart einmal ist, in aller kürze vorausschicken. 
Die vermutung meine ich sattsam begründet zu haben, 
dass der ursprung dieser sage bereits in die frühste zeit 
unseres Volkes einschlage, und, wenn irgend etwas, ur- 
deutsch sei. historische zeugnisse dafür werden aber lange 
nicht so weit hinauf erstreckt werden können. sie folgen 
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