Full text: ProfilBildung

für die Wirtschaftswissenschaften- diskutiert. Wie hätte der 
Wettbewerb unter den Universitäten ausgesehen (unterstellt, 
das leidige Problem von Zulassungsbeschränkungen hätte 
nicht existiert), wenn „altehrwürdige" Universitäten auch 
Kurzstudiengänge entwickelt hätten? Wären sie vielleicht 
„Pfähle im Fleisch" gewesen, hätten die überjahre undJahr- 
zehnte verschleppte Studienstrukturreform in Bewegung 
gesetzt und zur fachlichen Straffung und Konzentration 
geführt? Und nicht zuletzt: Welches Leitbild für die univer- 
sitäre Ausbildung bis zum ersten berufsqualifizierenden 
Abschluß hätte sich aus einem solchen „Wettbewerb der 
Modelle" entwickelt? Wohl-kaum nur die Fortsetzung tradi- 
tioneller Strukturen! 
Sicherlich sind dies Spekulationen. Die Gesamthochschule 
Kassel allein (und in der bundesweiten Hochschulentwick- 
lung auch alleingelassen) konnte dieser Pfahl im Fleische nicht 
sein. Außerdem waren die Rahmenbedingungen gegen uni- 
versitäre Kurzstudiengänge gerichtet, vor allem die Starrheit 
des öffentlichen Dienstrechts. Das Selbstbewußtsein der 
Gesamthochschule Kassel hat darunter nicht gelitten. Dazu 
bestand auch kein Anlaß, denn die Nagelprobe, die Aner- 
kennung und der Erfolg des Diploms I auf dem Arbeitsmarkt, 
wurde ohne Einschränkung bestanden, und erfreulich hoch 
ist der Anteil derjenigen Absolventen, die mit dem Diplom 
I und ohne das Diplom II zu erwerben, in den Beruf eintre- 
ten. Wer sich heute lautstark gegen eine reale Verkürzung 
der tatsächlichen Studienzeiten an den Universitäten durch 
eine tiefgreifende Studienstrukturreform zur Wehr setzt - 
etwa mit der Behauptung, dies ginge zu Lasten der wissen- 
schaftlichen Substanz und führe zu auf dem Arbeitsmarkt 
nicht akzeptierten Schmalspurqualifikationen -, karm sich auf 
die integrierten Studiengänge der Gesamthochschule Kassel 
jedenfalls nicht berufen. 
Soziale Öffnung und pädagogischer Optimismus 
Die Gcsamthochschule Kassel ist durch einen pädagogischen 
Optimismus geprägt. Die Lehre ernstzunehmen, weil die Qua- 
lifizierung junger Menschen als immer wieder zu erneuern- 
des Potential für innovative Prozesse in Staat, Wirtschaft und 
Gesellschaft gar nicht ernst genug genommen werden kann, 
stand an dieser Hochschule nie im Zweifel. Früher als andere
	        

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