Full text: ProfilBildung

drückliche Nachfrage Oehlers erklärte Böhning, daß ein rein 
formales Gründungsgesetz ausreiche. 
Um nun die notwendigen Geldmittel aus Bonn zu erhal- 
ten, machte sich das Ministerium rasch an die Arbeit, ein ent- 
sprechendes formales Gründungsgesetz vorzubereiten, das 
nach Möglichkeit alle inhaltlichen Festlegungen über Fach- 
bereichsverteilung etc. vermeiden sollte. In einem Informa- 
tionsgespräch mit Vertretern der Fraktionen von SPD, CDU 
und FDP, das am 29. April stattfand, stellte sich heraus, daß 
alle drei Fraktionen gleichermaßen bereit waren, ein forma- 
les Gründungsgesetz für die Errichtung der Gesamthoch- 
schule in der Landtagssitzung imjuni abschließend zu behan- 
deln und zu verabschieden. Kurz vor der Gesetzesberatung 
im Landtagsplenum am 26. Mai wurden die Vertreter der 
Fraktionen von Geissler nochmals über den Stand der Arbei- 
ten am Makro- und Mikrostandortgutachten informiert. 
Nachdem die Zustimmung der drei Landtagsfraktionen 
signalisiert worden war, erarbeitete das Ministerium eine ent- 
sprechende Formulierung. Im Mai legte das Kultusministe- 
rium einen von Regierungsdirektor Udo Kollatz und dem 
Minister formulierten Entwurf eines „Gesetzes über die 
Errichtung der Gesamthochschule Kassel" vor, der, da die 
Zeit eilte, außerhalb der normalen Tagesordnung des Kabi- 
netts beraten wurde. Der Entwurf definierte die Gesamt- 
hochschule, entsprechend den Anforderungen des Bundes, 
als wissenschaftliche Hochschule, welche in sich die Aufga- 
ben der Universität, der Fachhochschule und der Kunst- 
hochschulen im Sinne des zwischenzeitlich verabschiedeten 
Hessischen Hochschulgesetzes vorn 12. Mai 1970 vereinigt. 
In der Begründung zur Vorlage der Landesregierung heißt 
es u. a.: „Die Gesamthochschule vereinigt in sich die Aufga- 
ben mehrerer Hochschulen... Integriert werden die Aufga- 
ben der bereits bestehenden Hochschule für bildende Kün- 
ste Kassel, der Fachhochschule Kassel, die mit Inkrafttreten 
des Fachhochschulgesetzes errichtet wird, und universitäre 
Aufgaben. Um die Aufgaben der Hochschule für bildende 
Künste Kassel und der Fachhochschule Kassel in der Gesamt- 
hochschule zu vereinen, wird das Gesamthochschulgesetz 
diese Hochschulen in die Gesamthochschule eingliedern. Die 
gesamte Hochschulbildung wird sowohl in der Organisation 
als auch in den Studiengängen einheitlich sein. Forschung 
 
 
Staatstheater Kassel 
zwischen '68 und '70.
	        

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