Full text: ProfilBildung

Theorie und Praxis 
Die Bedeutung der GhK für die Region 
Nordhessen aus der Sicht der Wirtscha" 
Um es vorweg zu sagen: Die Gründung und der Aufbau der 
Universität Gesamthochschule Kassel ist eine der ganz wich- 
tigen Investitionen in die Region Nordhessen seit Ende des 
Zweiten Weltkriegs. Diese Einschätzung war aus der Wirt- 
schaft durchaus nicht von Anfang an zu hören, unterliegt 
heute aber keinem Zweifel. 
Die spezifische Bedeutung der Kasseler Hochschule resul- 
tiert aus dem besonderen Zusammenwirken zweier Faktoren: 
Der eine ist der Wandel im Verständnis der Aufgaben von 
Hochschulen - nicht mehr nur Ausbildungsstätte für eine 
relativ dünne berufliche „Oberschicht", sondern Ort der Qua- 
lifizierung für deutlich breitere Kreise der Bevölkerung zu 
sein, nicht mehr in erster Linie Hort der Theorie, sondern 
eine Institution, die Wert legt auf den Praxisbezug der Qua- 
lifikation ihrer Absolventen, die stärker als zuvor für den 
Berufsweg außerhalb der Universität vorbereitet. 
Der andere Faktor ist die Wirtschaftsstruktur in Nord- 
hessen. Geprägt war und ist sie - trotz des Vordringens vie- 
ler Dienstleistungen - durch Industriebetriebe, in der ganz 
überwiegenden Mehrzahl mittelständischer Größe und Struk- 
tur in breiter Streuung über die verschiedensten Industrie- 
zweige. Daneben gibt es eine Reihe meist größerer Zweig- 
betriebe oder Betriebsstätten auswärtiger Unternehmen bzw. 
Konzerne, die überwiegend dadurch gekennzeichnet sind, 
daß sie als reine Fertigungsbetriebe keine oder nur geringe- 
Aufgaben in Forschung und Entwicklung, Planung, Steue- 
rung usw. haben. Die Zahl größerer, in der Region mit ihren 
zentralen Funktionen ansässiger Unternehmen ist gering. 
Die meisten der nordhessischen Unternehmen konnten 
mit den solide und praktisch ausgebildeten Absolventen der 
früheren Fachschulen und Fachhochschulen in Kassel zufrie- 
den sein und damit auch im großen und ganzen auskommen. 
Höhere Qualifikationen wurden seltener gebraucht und aus 
auswärtigen Universitäten und technischen Hochschulen 
rekrutiert. Die Nachteile einer solchen „GenügsamkeiÜ für 
die Unternehmensentwicklung liegen aus heutiger Sicht auf 
der Hand. 
Vor 25 Jahren wurde das vielfach nicht so gesehen, im 
Gegenteil: Als die GhK gegründet wurde und in ihr die wirt- 
schafts- und technikbezogenen Vorgängerinstitutionen auf- 
gingen, gab es Befürchtungen in der Wirtschaft, nun werde
	        

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