Full text: ProfilBildung

Distanziertheit, die den Freiraum ausmachen, Erfahrung und 
Voraussicht, die bei Planungen hilft, Geld, Ideen und den 
Willen, aus Klemmen herauszuhelfen und im Streit auf jeden 
Fall die Partei des Nachwuchses zu ergreifen, so peinlich das 
vielleicht auch ist. Letzteres können Mütter bestimmt eben- 
sogut, aber hier ist insbesondere die Abgehobenheit und 
Unaufmerksarnkeit positiv herausgehoben, die Vätern sonst 
im allgemeinen vorgeworfen wird. 
Ach ja, die Ideale... Ein Individuum ist mit der Erfüllung 
von Idealvorstellungen leicht überfordert, aber eine Gruppe 
kann sich die Last teilen. Viel ist schon gewonnen, wenn sich 
Fachbereiche für ihre Doktoranden verantwortlich fühlen, 
d. h., sie früh zur Kenntnis nehmen, Organisationsfragen 
rechtzeitig klären, Zugriff auf Einrichtungen und Ressour- 
cen öffnen und letztendlich ihre Betreuung der Nachbar- 
schaftshilfe ähnlich und nicht als akademisches Hobby ein- 
zelner durchführen. 
Wenn es erst allgemeines Gedankengut der Hochschule 
geworden ist, daß es zu den Aufgaben der Fachbereiche 
ebenso gehört, Doktoren zu produzieren wie Studenten, dann 
brauchen wir die immer wieder ins Spiel gebrachten Elite- 
hochschulen nicht, denn dann haben wir sie schon, nämlich 
innerhalb der Hochschule. Bis dahin hilft es etwas, wenn 
Berufungskommissionen die Anzahl der erfolgreich zur Pro- 
motion geführten Doktoranden zu einem Entscheidungskri- 
terium machen, besonders wenn es um sogenannte Eckpro- 
fessuren geht, und nicht nur die Länge der Liste von 
Veröffentlichungen oder die industrielle Erfahrung. 
Finanzielle Rahmenbedingungen 
199315 sind die Promotionen zum ersten Mal als vertei- 
lungsrelevanter Faktor bei der Mittelzuweisung an die Fach- 
bereiche aufgenommen worden. Grundlage dafür sind die in 
den jeweils letzten drei Jahren erfolgten Promotionen pro 
Fachbereich. Dieser erfolgsorientierte Verteilungsmodus ist 
nicht unumstritten, aber sicher beispielgebend, wie der spä- 
tere Erlaß des HMWK zur leistungsbezogenen Mittelvergabe 
an hessischen Hochschulen deutlich gemacht hat. Hier konnte 
die GhK als einzige hessische Universität einen entspre- 
chenden Verteilungsschlüssel vorweisen, der Promotions- 
förderung als Leistungskriterium berücksichtigt. 
GhK-Profnle 1 328
	        

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