Full text: ProfilBildung

einem Vortrag in Oxford gilt als Zeichen wissenschaftlicher 
Reputation; auch eine Einladung nach Ulan Baator ist immer 
noch besser als eine solche zu einem Vortrag in der Heirnat- 
stadt. 
Zu einer Zeit, in der grenzüberschreitende Kommunika- 
tion für viele Organisationen wichtig wird, ist internationale 
regionale Kooperation - etwa in der Europäischen Union - 
en vogue, nehmen immer mehr Probleme, etwa der Umwelt 
und der Arbeitslosigkeit, globalen Charakter an. Doch 
dadurch zeigt sich, daß es mit der Weltoffenheit und Inter- 
nationalität der Universität bisher doch gar nicht so weit her 
war, wie wir gewöhnlich angenommen haben: Internationale 
Kooperationsverträge sowie Besucher aus dem Ausland und 
Besuche im Ausland waren nette Dekorationen; ein Akade- 
misches Auslandsamt mußte klein und durfte mitunter auch 
verschlafen sein. Doktorarbeiten konnten sich in manchen 
Fächern auf nationale Literatur beschränken. Selbst natio- 
nalistische Politiken machten nicht vor den Köpfen der Wis- 
senschaftler halt, wie aus noch nicht vergessener Vergan- 
genheit gegenwärtig ist. 
Neu ist nunmehr, daß dekorative und partielle Interna- 
tionalität und Weltoffenheit in keinem Falle mehr als ausrei- 
chend empfunden werden. Internationale Kooperation wird 
Teil des Regelbetriebes der Universität, selbst wenn auch in 
Zukunft ein temporäres Auslandsstudium wohl nur von einer 
Minderheit gewählt wird und selbst wenn auch weiterhin die 
Leistungen der Hochschule insgesamt stärker im nationalen 
als im internationalen Rahmen zur Geltung kommen sollten. 
Profilbildung umfaßt auch die Internationalisierung 
Die GhK ist zu einem Zeitpunkt gegründet worden, in dem 
international zur Debatte stand, in welchem Maße und in 
welcher Weise eine Differenzierung des Hochschulsystems 
erforderlich sei - angesichts der wachsenden Kosten, ange- 
sichts des Wandels in den Motiven, Kompetenzen und Berufs- 
perspektiven der Studierenden, der mit der Hochschulex- 
pansion einhergeht, und angesichts der vielfältigen For- 
schungs-, Entwicklungs- und Dienstleistungspotentiale der 
Hochschulen, die mit der Szientifizierung der Gesellschaft an 
Bedeutung gewinnen. Das Modell der Gesamthochschule 
fand nicht zuletzt Unterstützung, weil die Differenzierung in-
	        

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