Full text: ProfilBildung

Eine ähnliche Aufgeschlossenheit zeigt sich gegenüber 
Problemen der unmittelbaren Lebens(um)welt, und zwar im 
starken Regionalbezug vieler Forschungen. Manche haben 
wiederum mit Umweltfragen zu tun, diesmal meist mit 
praktischen Problemen und ihrer Lösung, z.B. der Abfall- 
verwertung und -verrneidung, der Rekultivierung früher indu- 
striell genutzter Flächen, der Landschafts- und Verkehrspla- 
nung, des Wasserhaushalts und des Städtebaus sowie des 
ökologischen Landbaus. Nicht minder ausgeprägt ist der 
Regionalbezug in den Sozialwissenschaften, u. a. in For- 
schungen zur Geschichte des Nationalsozialismus in Nord- 
hessen einschließlich seiner Vorgeschichte und Nachwir- 
kungen, zum Wahlverhalten und zum sozialen Wandel, zu 
Problemen der Gesundheitsversorgung, der Sozialarbeit und 
der Betreuung alter Menschen. Auch die Forschung in der 
Erziehungswissenschaft, die schwerpunktmäßig Fragen von 
Schule und Schulentwicklung gilt, hat vielfältige Impulse in 
die Region gegeben oder aus ihr aufgenommen; sichtbar 
geworden ist dies u.a. in der wissenschaftlichen Begleitung 
von Schulversuchen, der Einrichtung der Gedenkstätte Brei- 
tenau oder der Gründung der Kasseler Reformschule. 
Ein weiteres inhaltliches Gharakteristikum der Forschung 
an der GhK mag man darin sehen, daß hier Felder bearbei- 
tet werden, die sich an anderen Universitäten bisher nur sel- 
ten oder gar nicht finden oder kaum fanden, als die GhK sie 
schon aufgegriffen hatte: Berufs- und Hochschulforschung, 
Verwaltungsautomation, Frauenforschung, Sozialarbeit und 
Soziale Gerontologie, Arbeitsforschung, Grundschulpäda- 
gogik, Deutsch als Fremdsprache, Umweltsystemanalyse, 
-ökonomie und -psychologie, Ökologischer Landbau, Pho- 
tovoltaik, Mensch-Maschine-Systeme, Psychoanalyse, psy- 
choanalytische Kulturforschung und Medienforschung. 
Viele dieser Felder liegen im Grenzbereich mehrerer Dis- 
ziplinen oder lassen sich nur von mehreren Disziplinen ge- 
meinsam angemessen bearbeiten. Hierin liegt der sachliche 
Grund für die institutionellen Vorkehrungen für fachüber- 
greifende Forschung, die die GhK in Gestalt der Wissen- 
schaftlichen Zentren und Interdisziplinären Arbeitsgruppen 
geschaffen hat. Indessen wird fachübergreifende Forschung 
nicht nur hier betrieben, sondern auch in weniger formali- 
sierten Formen, z.B. der Forschungsgruppe Verwaltungs- 

	        

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