Full text: ProfilBildung

Zudem bedurfte das Ein-Schicht-System der partiellen 
Korrektur, denn optimal ist eine solche Bibli0theksk0nzep- 
tion nur, wenn sich die zu versorgende Universität auf einem 
Campus möglichst eng um ihre Bibliothek herum gruppiert. 
Mit unseren fünf Standorten und dem Standort der Mur- 
hard-Bibliothek mußte es zu Schwierigkeiten kommen, die 
wir nun mit der neuen Bibliotheksordnung vom Winterse- 
mester 1994 zu mindern suchen: Die Bibliothek gliedert sich 
in eine Kette locker verbundener Bereichsbibliotheken, in 
denen Professoren und Studenten, die fachkundig und fach- 
lich interessiert sind, mitentscheiden und die eine gemein- 
same Dienstleistungszentrale nutzen sowie sich bei der 
Beschaffung wie auch Benutzung abstimmen. Dieses Modell 
muß sich noch einspielen; dann aber könnte es andere Hoch- 
schulbibliotheken zur Nachahmung anreizen. 
Auch der Übergang zu den neuen Medien muß geschafft 
werden, denn die einzelnen Wissenschaften werden in den 
nächsten Zöjahren auf sicher ganz verschiedene Weise neben 
Buch und Zeitschrift auch elektronische Informationsver- 
sorgung benötigen. So ist es ganz unabsehbar, wie in 25_]ah- 
ren unsere informationelle Infrastruktur aussehen wird: viel- 
leicht nur noch ein Buchmuseum hinter Mauern ohne 
direkten Zugriff durch die Leser, weil die Bücher zu kostbar 
sind, um darin zu blättern, und ansonsten Bildschirme ver- 
streut über den Campus: also eine virtuelle Universitätsbi- 
bliothek? 
An dieser Entwicklung wird unser Rechenzentrum, das 
auch auf eine 25jährige Geschichte an dieser Hochschule 
zurückblicken kann, entscheidend mitwirken. War zunächst 
Zentralisierung der Kompetenz und der Rechenkapazität das 
Ziel und die Versorgung mit Rechnerleistung eigentliche Auf- 
gabe, kam es dann bald zur Konkurrenz des Rechenzentrums 
mit kompetenten Anwendern in den Fachgebieten und 
schließlich zur Umdefinition des Auftrags. Angesichts der 
Dynamik von Technik und Nutzern wird dies nicht die letzte 
Umorientierung sein, und auch hier liegt die Zukunft wohl 
eher in der Auflösung einer zentralen Einheit zugunsten einer 
Vielfalt von dezentralen, technisch vermittelten Dienstlei- 
stungen.
	        

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