Full text: ProfilBildung

nämlich die Berufungspolitik wegen der Theorieorientierung 
der Ausbildung nach den Qyalifikationsstandards der Ur1i- 
versitäten und nicht nach denen der Fachhochschulen rich- 
ten, mußten nicht nur bei der Personal- und Sachausstattung 
der Professuren ähnliche Bedingungen wie an Universitäten 
geboten werden, sondern auch Möglichkeiten zur Ausbil- 
dung eigenen wissenschaftlichen Nachwuchses und deshalb 
ein Studienabschluß auf universitärem Niveau und die Mög- 
lichkeit zur Promotion. Andere Fächer an der GhK haben 
ähnliche Erfahrungen gemacht. In der Agrarwirtschaft war 
es besonders schwierig, die Voraussetzungen hierfür zu schaf- 
fen, aber schließlich gelang es. 1986 wurde der Aufbaustu- 
diengang Ökologische Umweltsicherung eingerichtet, der 
zum Diplom II führt. 
Neuland beschritt die GhK mit der Entwicklung des 
gestuften Studiengangs Sozialwesen. Während die Agrar- 
wissenschaften an den Universitäten seit langem in voller 
Breite vertreten sind, gehört die Ausbildung von Sozialar- 
beitern und Sozialpädagogen traditionell zur Domäne der 
Fachhochschulen. Das ist im Hinblick auf ihren Praxisbezug 
bewährt, aber oft mit einem Mangel an Forschungsbezug 
erkauft. An der GhK wurde das in Deutschland erste und 
bisher einzige universitäre Studiengangsystem für diese 
Berufsfelder eingerichtet. Die erste Phase filihrt zum Abschluß 
des Diplom-Sozialpädadogen einschließlich der staatlichen 
Anerkennung. Die zweite wird ähnlich wie in der Agrar- 
wirtschaft nicht in gleicher fachlicher Breite wie die erste ange- 
boten, sondern nur in Spezialisierungsrichtungen, die für den 
Arbeitsmarkt besonders wichtig sind, nämlich Soziale The- 
rapie, Supervision und Soziale Gerontologie. Sie führt zu 
einem Abschluß, der sowohl für Leitungsfunktionen mit Ver- 
gütungen qualifiziert, wie sie für Universitätsabsolventen 
üblich sind, als auch die Promotionsberechtigung einschließt. 
Solche Möglichkeiten zur wissenschaftsbezogenen Weiter- 
qualifikation und zur Ausbildung von wissenschaftlichem 
Nachwuchs gibt es im Bereich der Sozialarbeit und Sozial- 
pädagogik sonst kaum. Die Fachhochschulen können sie nicht 
bieten, und die Universitäten bieten sie kaum, jedenfalls nicht 
speziell für die Absolventen von Fachhochschulen. Die inhalt- 
liche Ausrichtung der universitären Diplom-Pädagogik-Stu- 
diengänge ist für sie unspezifisch, auch wenn ihre Absol- 
 
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Studium und Forschung
	        

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