Full text: ProfilBildung

dium mit der Fachhochschulreife begonnen oder nach 
einem Fachhochschulabschluß die 2. Phase absolviert 
haben. 
Auch wenn das Diplom I auf dem Arbeitsmarkt meist so 
gewertet wird wie ein Fachhochschulabschluß, ist die Stu- 
fung nicht so zu verstehen, als ob die erste Phase im wesent- 
lichen wie ein Fachhochschulstudium angelegt wäre und die 
zweite eine Art wissenschaftliches Aufbaustudium darstelle. 
Vielmehr besteht der Wissenschaftsbezug von Anfang an; er 
ist in der ersten Phase also trotz ihrer Praxiselemente stärker 
als in Fachhochschulstudiengängen. Am zutreffendsten wird 
die erste Phase der gestuften Studiengänge deshalb als wis- 
senschaftlicher Kurzstudiengang bezeichnet. 
Dieses konsekutive Studiengangmodell wurde in Kassel 
vor allem in den Fächern entwickelt und eingeführt, die in 
Deutschland an Universitäten und Fachhochschulen paral- 
lel angeboten werden, also in den Ingenieurwissenschaften- 
Maschinenbau, Elektrotechnik, Bauingenieurwesen, Archi- 
tektur, Stadt- und Landschaftsplanung -,in den Wirtschafts- 
wissenschaften und in den Agrarwissenschaften, außerdem 
im Sozialwesen. 
Die Struktur des Studiengangs Agrarwirtschaft in Wit- 
zenhausen unterscheidet sich insofern ein wenig von der der 
übrigen gestuften Studiengänge, als hier die zweite Phase 
nicht in den klassischen agrarwissenschaftlichen Schwer- 
punkten angeboten wird, sondern nur in der Fachrichtung 
Ökologische Umweltsicherung. Der Wissenschaftsrat emp- 
fahl 1976 und 1983 für diesen Studiengang sogar eine 
Beschränkung auf die erste Phase', weil in Witzenhausen 
damals noch wesentliche personelle und sachliche Voraus- 
setzungen für eine Ausbildung auf universitärem Niveau fehl- 
ten und die hierfür erforderlichen Investitionen mit denjeni- 
gen für den bereits begonnenen Ausbau der Ingenieur- und 
Naturwissenschaften konkurrieren würden, aber auch weil 
die Zahl agrarwissenschaftlicher Studienplätze an den west- 
deutschen Universitäten schon Ende der siebziger Jahre im 
Hinblick auf Bedürfnisse und Struktur des Arbeitsmarktes 
als eher zu hoch als zu niedrig galt. Die Entwicklung in Wit- 
zenhausen, namentlich die personelle, zeigte jedoch, daß man 
kaum auf halbem Wege stehen bleiben konnte. Sollte sich
	        

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