Full text: ProfilBildung

gewonnen, daß es wichtig wäre, als vorzüglicher Präsident 
auch Frauenforschung an der GhK zu fördern. S0 habe ich 
im „präsidialen Auftrag" einen wissenschaftlichen Beirat 
geschaffen, Euch Kolleginnen aus der GhK eingeladen, 
gemeinsam über die Frauenforschung an der Hochschule 
nachzudenken. Nach einemjahr Arbeit konnten wir schon 
1986 die Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Frauenforschung 
der GhK einrichten. 
Freiräume für Frauenforschung 
L.S.: Und das war auch das Klima, als ich hierher gekom- 
men bin. Ich bin im Herbst 1986 gekommen, und ich kam 
aus frauenpolitischen Gründen. Ich kam aus einer theologi- 
schen Fakultät, einem Ort, an dem klar war: bis zumjüng- 
sten Gericht haben die Frauen hier nichts zu bestellen, weder 
inhaltlich noch personell. 
A.N.: Wieso dachtest Du, es sei in der GhK anders? 
L.S.: Ich kannte verschiedene Leute hier, die haben das 
behauptet. Denen hab ich das geglaubt. Und dann habe ich 
gedacht, es ist eine Reformhochschule, und eigentlich müßte 
die von ihrem Ansatz her offen sein. Es war tatsächlich wahr, 
ich karm mich sehr wohl erinnern, wie ich die damalige Vize- 
präsidentin aufgesucht habe und den Eindruck hatte, hier 
wirst du unterstützt. Dann kam ja auch sehr bald die Grün- 
dung der LÄG, so daß ich immer das Gefühl hatte, die Ent- 
scheidung war richtig. Ich würde auch heute im Rückblick 
sagen, es tut mir nicht leid. Im Blick auf die wissenschaftli- 
che Theologie ist das zwar absolut ungewöhnlich, sowas zu 
machen, aber für mich war das der richtige Schritt. Und ich 
habe tatsächlich hier Spielräume gehabt, die ich an keiner 
theologischen Fakultät gehabt hätte, für feministische Theo- 
logie in Forschung und Lehre. 
H.S-St.: Ich kann mich hier anschließen, weil ich ja einjahr 
später kam, und ich kann das bestätigen. Ich denke, dieser 
größere Freiraum liegt auch darin, daß die Struktur nicht die 
einer theologischen Fakultät ist, die eben sehr viel starrer ist. 
Ich bin von einer Universität gekommen, wo es bereits eine 
Arbeitsgemeinschaft Frauenforschung gab, in Bonn. Wir hat- 
ten da schon ein paarjahre Vorsprung. Ich habe mich hier 
explizit mit einem feministischen Thema vorgestellt. Der Titel 
meines Vortrags über „Gott als Mutter in Hosea 11" ist nun-
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.