Full text: ProfilBildung

koppelung mit den sich ändernden Arbeitsstrukturen. Die 
Studenten gewinnen über die berufspraktischen Studien und 
die Projektstudien Einblicke in die Arbeitswelt, die sie befähi- 
gen, kritisch fragend adäquate Ausbildungsinhalte und Ver- 
mittlungsformen einzufordern. Die Lehrenden halten durch 
die Betreuung der Studenten in der Praxis ihrerseits ständi- 
gen Kontakt zur Praxis und gewinnen dabei ein präzises Urteil 
über die Praxisrelevanz von Ausbildungsinhalten. 
Diese Rückkoppelung von und aus der Praxis reicht allein 
jedoch nicht aus, die Fähigkeit zur interdisziplinären Arbeit 
zu vermitteln. Die fachsystematische Ausbildung muß multi- 
disziplinär erweitert werden um benachbarte Disziplinen, die 
geeignet sind, zu einem breiten Tätigkeitsfeldbezug der Aus- 
bildung und zur Berufsfähigkeit beizutragen. Die Interdiszi- 
plinarität gelingt nur durch Integration der Disziplinenviel- 
falt unter problembezogenen wissenschaftlichen Frage- 
stellungen. Die beste Voraussetzung dafür schafft eine For- 
schung, die interdisziplinäre Fragestellungen verfolgt und 
sich dabei unterschiedlicher wissenschaftlicher Methoden 
bedient. 
Auch in der interdisziplinären Forschung hat die Gesamt- 
hochschule Kassel Beachtliches, in einzelnen Bereichen Vor- 
bildliches geleistet. Sicherlich bestehen dafür durch das breite 
Fächerspektrum günstige Voraussetzungen. Aber die Aus- 
gangsbedingungen für die Entwicklung einer profilierten For- 
schung waren außerordentlich schwierig, galt es doch, eine 
große Anzahl von Professorinnen und Professoren aus Vor- 
gängereinrichtungen, zu deren Aufgabe nicht die Forschung 
gehörte, zu integrieren und zugleich in neu eingerichteten, 
klassisch universitären Fachrichtungen F orschungspotentiale 
zu entwickeln. Die Integration in und durch die Lehre gelang 
von Anfang an, gefördert durch die besondere Studien- 
gangstruktur; die Integration in und durch die Forschung 
erwies sich als wesentlich schwieriger, wie sich an dem lan- 
gen, erst 1993 abgeschlossenen Verfahren zur Aufnahme der 
Gesamthochschule als Vollmitglied in die Deutsche For- 
schungsgemeinschaft ablesen läßt. 
In der Forschungsorganisation ging die Hochschule jedoch 
von Anfang an eigene Wege. Keine andere hessische Uni- 
versität hat so intensiv die kooperativen Organisationsfor- 
men für die Forschung wie Interdisziplinäre Arbeitsgruppen 
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Hochschulpolitik
	        

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