Full text: ProfilBildung

fen auch jene überfachlichen Qualifikationen wie Team- 
fähigkeit, Konfliktfähigkeit, Fähigkeit zum problemorien- 
tierten, vernetzten Denken, die Fähigkeit, Arbeitsergebnisse 
überzeugend zu präsentieren, zunehmend auch die Beherr- 
schung von Fremdsprachen und anderes mehr, die als Schlüs- 
selqualifikation bezeichnet werden (dies alles in einer begrenz- 
ten, d.h. kürzeren Studienzeit, als es bisher in vielen Aus- 
bildungsbereichen der Fall ist). 
Ein breiter Tätigkeitsfeldbezug und die Vermittlung von 
Berufsfähigkeit als Leitziel akademischer Ausbildung kön- 
nen nur ernstgenommen werden, wenn sich die Hochschu- 
len auf „Praxis" einlassen. Für die Fachhochschulen ist dies 
selbstverständlich, aber immer wieder auch Aufforderung 
und Anlaß zur Überprüfung und Weiterentwicklung der Stu- 
dienprogramme. Die Universitäten müssen sich fragen las- 
sen, ob sie sich konsequent genug mit der „Praxis", den 
Berufsfeldern ihrer Absolventen, zumindest in den Ausbil- 
dungsbereichen mit ausgeprägtem Berufsfeldbezug, ausein- 
andersetzen und bereit sind, Strukturveränderungen im Be- 
schäftigungssystem zu registrieren und zur Überprüfung der 
Studienprogramme bis zum ersten berufsqualifizierenden 
Abschluß zu nutzen. 
Es geht weder bei den Universitäten noch bei den Fach- 
hochschulen um eine vollständige „Passung" von akademi- 
schem Qyalifikationsprofil und konkreten beruflichen Qua- 
lifikationsanforderungen, sondern um eine kritische Ausein- 
andersetzung mit der Arbeitswelt und eine wissenschafts- 
gemäße „Übersetzung" sich verändernder Strukturen in die 
Ausbildung. Die noch nicht abgeschlossene Anpassungskrise 
unserer Wirtschaft, die zunehmende Tendenz zur Verstär- 
kung des facettenreichen Dienstleistungssektors, die wach- 
sende internationale Verflechtung, ein neues Verständnis von 
Staatsverwaltung und manches anderes mehr geben vor 
dem Hintergrund technologischer Umbrüche hinreichend 
Anlaß, tradierte Ausbildungsphilosophien auf den Prüfstand 
zu stellen. 
Die Gesamthochschule Kassel hatte von Anfang an eine 
„unbefangeneff Einstellung zur Praxis, zur Arbeitswelt, und 
nicht nur die berufspraktischen Studien, die in jeden ihrer 
integrierten Studiengänge eingebaut sind, sondern auch eine 
für die Entwicklung an anderen Hochschulen in Hessen vor-
	        

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