Full text: Gudensberg

In den 20er Jahren ließ die Stadt ein Gebäude am Obertor bauen. Hier wohnten die 
Gendarme mit Familie, außerdem diente das Haus auch als städtische Herberge. 
Den "Ratskellef, das Lokal im Keller des Rathauses, hatte Heinrich Opfermann 
(Gastwirt u. Metzger) aus der Untergasse in den Jahren 190617 gepachtet. 
Von den weiteren zahlreichen Gasthäusern soll hier noch das Gasthaus "Zum Stern' 
Erwähnung finden. Der Inhaber Heinrich Nuß wurde das 'Käckerminzchen' genannt. 
Diesen lustigen Namen gaben ihm die Leute, weil er gern Pfefferminzlikör trank. 
Kaufleute, Handel und produzierendes Gewerbe 
Der günstigen Lage Gudensbergs an der Landstraße Kassel-Frankfurt ist es wohl zu 
verdanken, daß der Handel hier bereits im Mittelalter blühen konnte (vgl. Kap. "Zur 
Geschichte des Marktwesens"). Waren zunächst Metzger und Bäcker die Hauptver- 
sorger, so gab es schon im frühen 15. Jahrhundert seßhaften Handel. Es wird von 
dem Krämer Henne Fleischbauer berichtet, der neben Gewürzen und Lebensmitteln 
auch frischen Fisch und Stockfisch verkaufte. Die Gudensberger verzehrten damals 
ausgesprochen viel Fisch. Zudem nahm im 16. Jahrhundert der Weinhandel eine 
bedeutende Stellung ein. 
Abb. 45: 
Die Löwenapotheke in Gadensberg im 
Jahre 1913. Bis dato hatte in diesem Teil 
der Stadt die Kanalisation noch keinen 
Einzug gehalten, und die gesamten 
Abwässer flossen die Straße entlang. 
Der sogenannte 'Pumpenschwengel', 
mit dem die Kinder oft zu spielen pfleg- 
ten, existierte noch bis ca. 1930. 
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